Fürsteirthum Herat.
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Das Fürstcnthum Herat.
Ungefähr in der Mitte des Tafellandes von Iran, westlich vompersischen Reiche, östlich vom Königreiche Kabul, südlich von Bilutschistanund nördlich von den Turkmannen-Steppen begrenzt, liegt dieses Fürsten-thum von ungefähr 3,000 d. IHMeilen Flächeninhalt und I'/- MillionenMenschen bewohnt, einen Bestandtheil bildend von Chorassau, im wei-testen Sinne, den die Bewohner Irans an diesen geographischen Begriffknüpfen.
Auf der Nordseite von den Bergketten des nördlichen GebirgswalleSbegrenzt, die indeß hier nicht die außerordentliche Höhe haben, als linksUnd rechts in Albors und Hindukusch, bildet das heütige FürstenthnmHerat ohne Zweifel die tiefste Stelle in dem großen Tafellands vonIran, gleichsam eine Einsenkung, die sich in zwei Hälften spaltet, davondie eine, im nördlichen Theile des Landes, durch das Thal des HeriNud, die andere, im südlichen Theile, durch das Bassin des Hamum be-zeichnet wird, jenes großen Binnensees ohne Abfluß, der uns unter dem>>n Lande selbst unbekannten Namen des Zareh gelaüfiger ist, und deralle strömenden Wasser des südwestlichen Hindukoh aufnimmt, darunterder Hilweed der ansehnlichste ist. Mit Ausnahme dieses Hilweed-ThaleSUnd der Thäler der übrigen kleineren Flüsse, als Kbasch- und Ferrah-Rud rc., ist der ganze südliche Theil von Herat, der die alte LandschaftSeistan bildet, eine Steppe, eine Wüste, die ostwärts und südwärts bisRandahar und in's Billudschen-Gebiet fortsetzt, und auf der Westseite>uit der großen persischen Salzwüste in innigem Zusammenhange steht,von dieser nur abgesondert durch die Kette des Koh-i-Buudau (siehe Per-uen), jenes auf Herats Westgrenze von Nordnordvft nach Südsüdwest^reichenden Bergzuges, der eine Etage in dem Tafellands auszumachenscheint, so zwar, daß die persische Wüste in einem höheren Niveau steht,jtls die von Seistan. Die Thalweitungen des Hilweed und der übrigen«lüsse des Binnenbeckens von Seistan haben lange Zeit hindurch denAuf höchster Fruchtbarkeit genossen, die wohl mit der ägyptischen des-uilthals verglichen worden ist; allein dieser Ruf ist verloren gegangentinter der fast unaufhörlichen bürgerlichen Zwietracht, welche diese Land-schaft zerrissen hat; denn diese Zwietracht hat die großen hydrotechnischenEerke vernachlässigt und zuletzt zerstört, vermöge deren die WasserfiuthenHilweed zu einem befruchtenden Princip in dieser baumlosen Wüstewurden, die ihre Herrschaft von Tag zu Lag auf die Thäler selbst auS-Meh„e„ strebt. Aber der nördliche Theil des Fürstenthums Herat, ver-fuge Theil desselben, der innerhalb der Grenzen des alten ChvrassanS,ir sich von Astrabad, am Kaspi, bis nach Kandahar und darüber hin-erstreckt, — liegt, ist eine sehr fruchtbare Landschaft; ihr Mittelpunktas Längenthal des Heri-Nud, das von Osten nach Westen streicht, einNwßer Garten voll Dörfer und Landhäuser auf Lv Meilen weit, in dessene>tte Herat, die Stadt, liegt, von der ein persischer Dichter singt:"Chorassan ist die Muschel der Welt, und Herat die Perle."
H Im Verhältniß zu den westlichen Gegenden des Plateaus von Irand b, Herat niedrig, nur 1,800 Fuß über dem Meere; aber immer be-abt» ^ höher, als Seistan, das sich muthmaßlich wohl kaum zu einer"Ivluten Höhe von 500 Fuß erheben dürfte. Dieser Höhenunterschied