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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensystem.

hat auch eine bedeutende klimatische Verschiedenheit beider Hälften desFürstenthums zur Folge. Beide gehören zwar dem allgemeinen Konti-nentalklima des Tafellandes von Iran an, aber Seistan steht schon fastganz unter dem Einfluß der Tropen, in Rücksicht auf Wärme, beständigeHitze bei Tage, große Kuhle in der Nacht, Folge der Wärmestrahlung;dabei die Verdampfung der stehenden Wasser des Hamum, und es kannnicht fehlen, daß Seistans Klima höchst schädlich auf die animalischeSchöpfung wirken müsse; nur drei Monate im Jahre, die sogenanntenkalten, d. h. während deren die Hitze minder drückend, läßt's sich hierleben. Dagegen herrscht im Heri-Thale und seiner Nachbarschaft einewiger Frühling, da ist die Sonnenhitze gemildert dnrch größere Höhe,unbekannt ist die strenge Winterkälte der höheren Plateaugegenden vonPerßen, nnr fünf oder sechs Tage lang bleibt der Schnee liegen, ein fastewig heiterer Himmel wölbt sich über HeratS Natur beglückten Boden.

Die Beschaffenheit des Bodens und des Klima bringt es mit sich,daß im Fürstenthnm Herat dieselbe Bewirthschaftungsart zur Erzeügnngder vegetabilischen Produkte stattfindet, welche wir in Persien kennengelernt haben. Ohne Bewässerung ist auch hier der Ackerbau unmöglich,mit derselben grünt und blüht Alles, wie im Thäte des Heri-Nnd, dessenBewohner feindlichen Anfällen besser widerstanden haben, als die Seista-nis, deren Land verödet und vertrocknet. Herats Landwirthschaft, Gar-ten- und Obstbau beschäftigt sich mit denselben Pflanzen und Gewächsen,die in Persien knltivirt werden; in Seistan, im Besondern, gedeihenaber, außer etwas Weizen, Baumwolle, Reis und schlechtem Tabak, nurWassermelonen, die das Hanptnahrnngsmittel find; kein Küchengewächssteht man, keine Blnme, und ein siechender Granatbaum ist der größteund höchste Baum. Von großen, zusammenhängenden Waldungen istim ganzen Fürstenthnm nicht die Rede, nur einzelne lichte Wäldchenzeigen sich auf den nördlichen Abhängen der Berge des Heri-Thals. I»Seistan sind das Rindvieh, das Manlthier und der Esel die einzige»Hapsthiere, welche gedeihen, alle übrigen, daö Pferd, das Kameel undselbst das Schaf kommen in diesem Lande nicht fort; Rindvieh bildeteinen kleinen Artikel des Ansfnbrhandels nach Persien und Kandchar-Im nördlichen Herat dagegen bilden dieselben Hansthiere, welche wirbei Persien kennen gelernt haben, den Viehstand der seßhaften sowohlals nvmadistrenden Völkerschaften; das Herat-Schaf zeichnet sich durst)feine Wolle aus, ebenso die Ziege dnrch feineres Haar, als in der Regelauf dem Plateau von Iran der Fall ist; daö Pferd dagegen ist nicht stschön, als das persische, trotz der Nähe der turkmannischen Pferde, mstdenen wenig oder gar keine Kreüzung stattgefunden hat. Seidenzuststwird etwas, Bienenzucht aber wenig getrieben; die Fischerei ist in de»Flüssen und dem Hamum nicht unergiebig. Große Verwüstungen richtetauf den Feldern an den stets wechselnden Ufern dieses Sees das wildeSchwein an. Die Jagd auf Wildpret ist ergiebig. Das Mineralreist)bietet in den Bergen um Herat Blei dar; auch sprudeln heiße Quelle»zu Oba und Gurndsche.

Die Bewohner des Fürstenthnms Herat sind der Mehrzahl »awseßhafte, Ackerbau treibende Tadschiks, zwischen denen sich hin und wiederAraber, aus den Zeiten der Kalifen, und einige Nomaden vom türkische"Stamm befinden, die sämmtlich von den Afghanen, dem herrschende"Volke, unterjocht sind, welche größtentheils ein nomadisirendes Hirte»*leben führen, dennoch aber sich zu Besitzern des Bodens gemacht habe»'

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