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Mohammedanisches Staatensystcm.
Das Königreich Buchara.
1. Lage, Grenzen, Grökse, Volksmenge.
Samarkand und Buchara haben den mvrgenländischen GeschichtS-schreibern und Dichtern aller Zeitalter ein Thema glühender Schilderungdargeboten. Das Land, in welchem sie liegen, bildet einen Theil vonTurkistau, oder dem Lande der Turkeu, und so wird es von den Bewoh«nern selbst genannt. Buchara ist ein isolirt liegendes Königreich vongeringer Ausdehnung, ringsum von einer Wüste umgürtet. Es ist einoffenes, flaches Land von ungleichförmiger Fruchtbarkeit; in der Näheseiner wenigen Flüsse ist der Boden reich und üppig, außerhalb der Fluß-niederungen öd und unfruchtbar.
Buchara verdankt seine Wichtigkeit seiner centralen Lage MischenEüropa und den reichsten Gegenden von Asien. Gegen Norden grenztdieses Königreich an den Aral-See und den Sir, oder Jaxartes der Al-ten, Sihon der Araber; gegen Osten grenzt es theils an das Land Kho-kan, vder Ferghana der Araber, theils erstreckt es sich bis an die Gebirge,welche sich von dem Bolvr Tag und der Hochebene Pamer abzweigen,und in deren Toälern die kleinen Staaten SchehrhabeS und Hissar lie-gen ; gegen Süden ist im Allgemeinen der Amn» der Opus der Alte»und Dschihon der Araber, die Grenze, die diesen Strom jedoch auchüberschreitet, da die früher unabhängigen Staaten Balkh, Andkhoi undMeimaneh unter der Oberherrlichkeit des Königs von Buchara stehen;gegen Westen endlich wird das Königreich Bnchara von dem StaateChiwa, oder Urqendsch, durch die Wüste von Kbaraste abgesondert,welche eine Tagereise westlich von der Hauptstadt Buchara beginnt.
In dieser Aufzählung sind dem Königreich die weitesten Grenze"angewiesen, und innerhalb derselben Provinzen gezogen, deren Abhängigekeil sehr zweifelhaft ist. Der Hanptzug in der Physiognomie des Landesbildet der Amn, der die Wüste in zwei Hälften theilt und sie bewohnbarmacht. Der Fluß von Samarkand neigt sich, in seinem unteren Lauft,dem Oxns unter einem rechten Winkel zu, aber er breitet sein Wasseraus, bevor er dem Hauptstrome tributpflichtig werden kann. Ein andererWafferlauf theilt, nachdem er die Provinz Karschi befruchtet hat, dasselbeSchicksal.
An den Ufern dieser verschiedenen Flüsse lagert sich einzig und alle«"der knlturfähige Boden des Königreichs. Das ganze Land erstreckt siwvom 36° bis 45° nördlicher Breite und vom 59° bis 65° östlicher Läng/'und enthält innerhalb dieser und der oben angegebene» Grenzen emAreal von ungefähr 6,5»«) d. LUMeilen. Aber nur ein sehr kleiner Theodieses großen Landstrichs ist bewohnt. Von Eldschik, am Amu, und a>der Westgrenze, bis Dschessak auf der Ostseite, was die Linie des 2l"'bans quer durch das Land bezeichnet, beträgt die Entfernung 6V deüt>cv»Meilen; von Balkh nach Buchara 65 d. Meilen, fast immer >>' eincwöden, unbewohnten Landstrich; und die Wüste beginnt 3 — 4 Menejenseits der Hauptstadt. Der gesammte unter Kultur stehende Dovekann höchstens l.ovv d. Ol Meilen betragen, und auf diesem, sonne aden Weideplätzen, mag eine Volksmenge von 2'/, Millionen See»leben.
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