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Mohammedanisches Staatensyfiem.
haltener Kanäle und Gräben zugeführt wird. In dieser Oase ist derAckerbau die Hauptsache; man baut hier dieselben Getreidearten, wie inPersien, Bnchara u. s. w.; Weizen ist das Hauptkorn; es wird Seideund Baumwolle erzielt. Der Gemüsebau hat keine so große Ausdehnung,als in Buchara, auch steht Chiwa diesem Lande im Obstbau nach. DasKameel ist ein wichtiges Hausthier (es werden nur Dromedare gehalten),noch nothwendiger und nützlicher aber ist in Chiwa das Pferd, doch wirdvor dem Pstng der Ochs gebraucht. Indessen ist Hornvieh und Schafviehin der Oase selbst nicht sehr zahlreich; letzteres wird dagegen von denNomaden-Stämmen in großer Menge gehalten. Die Jagd ist nicht er-giebig, besser verhält es sich mit der Fischerei, die sowohl im Opus, alsim Aral-See betrieben wird. Von nutzbaren Mineralien gibt es nurBaustein, Kalkstein, Töpferthon und Salz. das aus Salzseen gewonnenwird. Die Goldwäscherei im OxuS ruht. Die technische Industrie be-wegt sich hauptsächlich in der Seiden- und Baumwollen-Manufaktur.Chiwa steht zwar mit allen Nachbarländern in Handelsverbindungen,allein sie sind von keinem großen Umfange; in ganz neuester Zeit'hatsich indeß der Verkehr mit Rußland durch Karavanenzüge nach Orenburgetwas gehoben.
Die Bevölkerung des FürstenthumS Chiwa, die auf höchstens 600,000Seelen angeschlagen werden kann, von denen jedoch nur der dritte Theiin der Oase Chiwa seßhaft ist. besteht aus den Ursassen der Tadschiks,die hier vorzugsweise Sarten genannt werden, und aus eingewanderte»Türken, unter denen die Usbeken auch hier den herrschenden Volksstammbilden, und größtentheils als seßhafte Ackerbauer sich niedergelassen haben.Außerdem leben von türkischen Völkern im Gebiete von Chiwa: DieTurkmannen, als Nomaden, die Karakalpaker (d. h. Schwarzmützen)gleichfalls als Nomaden, die jedoch auch auf ihren Wanderungen Acker-bau treiben. Von andern Völkerschaften gibt es einige afghanische,jüdische und armenische Familien. Im Zustande der Sklaverei befinde»sich in Chiwa: Persische Tadschiks, und persische Türken vom Stamm derAimaks und Katscharen, die als Schiiten bei den sunnitischen Chiwaer»vor der Sklaverei nicht geschützt sind, sodann Kurden, Kasaken und Rus-sen. Die oberste Gewalt im Staate übt unumschränkt der Fürst aus,strenge Polizei wird auch hier geübt. Die Militärmacht kann sich a»fhöchstens l»,000 Mann Reiterei belaufen.
Die Hauptstadt des Landes und Residenz des Fürsten ist Chiwa,welches innerhalb seiner Ringmauer 70», außerhalb aber i,S»o Haüstrhat und eine Bevölkerung von etwa 12,00» Seelen besitzt. Außer derHauptstadt gibt es in der Oase noch 74 Städte und Ortschaften, unterdenen jedoch nur Hesarasd und Urgendsch bemerkeuswerth sind. LetztereStadt war ehemals der bedeutendste Handelsort des Landes; der Ver-kehr hat sich aber jetzt in der Hauptstadt konzentrirt. Die vonTurkina»-nen bewohnte kleinere Oase Merv, am Fuße des nördlichen Gebirgswallesvon Iran gelegen, und vom Murghab bewässert, ist vom Fürsten vo»Chiwa militärisch besetzt. Diese Oase ist wegen ihrer Pferdezucht be-rühmt.
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