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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensystem.

DaS Sultanat Mogh'rib-iil-Aksa, oder Kaiserreich

Marocco.

l. tage, Grenzen, Grosse, Volksmenge.

Im nordwestlichen Theile des afrikanischen Erdtheils zwischen dem27" und 36° nörtl. Breite gelegen, grenzend gegen Norden an das mit-telländische Meer nnd die Strafte Gibraltar, gegen Osten an Algier, denStaat Maöcara und Biled nl-Dscherrid, oder Land der Palmzweige, ge-gen Süden an die Sandwüste» der Sabharaj und gegen Westen an denatlantischen Ocean, hat das Mogh'rib-nl-Aksa, oder das Reich Marocco,wie die Europäer es gemeiniglich zu nenne» pflegen, einen Flächeninhaltvon 13,72« d. lü Meilen, und eine Volksmenge, die sich zu 8'/- Millio-nen Seelen annehmen läßt.

2. Einthcilung, Vberklächengektalt, Klima.

Das Mogh'rib-ul-Aksa besteht aus den Reichen Fez, Marocco, Sed-schelmessa und Tafilelt, und aus den Provinzen Daraa, Gnzzula und Susul-Aksa, oder der andersten Grenze, jenseits des Atlas-Gebirges gelegen.Zum Behuf der bürgerlichen nnd militärischen Verwaltung sind die ReicheFez nnd Marocco in 28 Provinzen oder Kreise eingetheilt, in deren jederein Kaid oder Kreishauptmann die Regierung führt, welcher an einigenOrte» den Titel Pascha, oder General-Gouverneur führt. Tafilelt ist inzwei Kreiöhanptmannschaften eingetheilt. Der übrige Theil des Reichssteht unter fast unabhängigen Haüptlingen arabischer und amazirghischekStämme, die auf den Höhen und am Fuße des Atlas-Gebirges so wieam Rande der groften Wüste ihre Wohnsitze haben.

Den Hauplzug in der Physiognomie dieses Landes bildet das, ganzinnerhalb seiner Grenze» liegende, Atlas-Gebirge, das in den manch-faltigste» Ketten mehr oder minder das ganze Reich erfüllt. Der Haupt-zug aber reicht von Rordost nach Südwest, vom mittelländischen Meerean der Grenze Algiers bis an den atlantischen Ocean, an dem er i»den Vorgebirgen Ger und Nun endigt. Dieser, aus mehreren Paral-ketten bestehende Gebirgszug ist diejenige Abtheilung des ganzen Systems,welche man mit dem Namen des groften Alias zn belegen pflegt. Atlasist durch griechische Buchstabenverwantluiig aus dem Worte Ädrar ent-standen, welches in der amazirghischen Ursprache Berg bedeütet. Dieheutigen Amazirghen nennen den Atlas Aid» Aghal, d. h. großer Berg»und die Mauren in der arabischen Sprache Dschebe>-ul-Teldsch, d. h-Schneeberq, oder gewöhnlicher Dschebel-Tedtla oder Adila, nach der, zu>»Reiche Marocco gehörigen Provinz dieses NamenS, weil sich in derselbe»die bedeütendsten Höhen des ganzen Gebirgssystems befinde». Sei»*Kulminationspunkte scheinen hier eine Höhe von 15,WO Fuß über d**Meeresfläche zn erreichen. Gegen die millelländische Küste hin sondertsich vom großen Atlas der kleine Atlas, den die Ingebvrne» Er-R>>nennen, und der als ein anderes Gebirge nach der Strafte von Gib>»^tar streicht. Am westlichen Fuße des groften Atlas dehnt sich weit n»^breit eine Hochebene aus. die sich allmälig und stufenweise gegen se»Ocean senkt, an besten Küste sich hin und wieder einzelne Berggrupp*^erheben. Diese Ebene ist von einer Menge geräumiger und fruchtbarer