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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das Reich Marocco.

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ber der Wüste die Pilger, und lassen sie mehr, als billig, für die Erlaub-niß znr Fortsetzung der Reise zahlen.

In Mekka angekommen finden sie dort einen Jahrmarkt, der viel-mehr der bedeülendste in der ganzen Welt ist, fünf Monate wahrt, undwenige Tage nach dem Korban, oder dem Feste des Opfers der Widderrndigt, der einzigen Zeit im Jahre, wo die Pilger angenommen werden,u>n den für die Mohammedaner so rühmliche» Titel El-Hadschi zu er-halten. Auf dieser Messe trifft man oft über 200,00V Menschen undüber 100,000 Kameele, die aus allen Theilen der Erde, wo man Mo-hammed als Gottes Propheten verehrt, dahin gekommen sind. Nachden Festlichkeiten des Korban beschäftigen sich die Pilger mit Handels-geschäften. Die Einen kaufen in Mekka die Musseline und SeidenstoffeIndiens, Andere persische Seide, Rosenöl, Moschus, Ambra, Balsam,Gewürze und Spezereien. Andere endlich ziehen vor, ihr Geld anzu-wenden, indem sie über Groß-Kairo zurückkehren, wo sie Baumwolle undtvhe Seide kaufen, die dort wenig mehr als in Mekka kosten. Die ver-schiedenen Spekulationen der Handelsleute der Karavane in dieser Stadtlassen sich auf mehr denn 2 Millionen Piaster anschlagen.

Die Pilger, welche sich zu Rabatt, Tanger und Tetauan nach Ale«bandrien einschiffen, treffen in letzterer Stadt mit der von Tripoli kom-menden Karavane zusammen. Bei der Heimkehr schiffen sich wieder^iele ein, und begeben sich zur See nach Tetauan und Tanger, und vonh» nach Hause. In jenen Häfen realisiren sie gewöhnlich ihre Waarenwit einem DnrchschnittSgewinn vou 30 Prozent. Die auf dem LandwegeAurnckkehrenden vereinen mit den Schätzen des Orients eine Menge in'E-Unis und Algier erkaufter Waaren, die im Reiche sehr geschätzt sind.

Die Hanptgegenstände, welche die Pilger aus dem Mogh'rib ausfüh-rn, sind Indigo, Kochenille, Haüte, Straußenfedern und Wvlleüstoffe?us Fas, Tofza und dem Tafilelt, die sie gegen baumwollene undstidene Stoffe und einige andere Produkte Ägyptens, Arabiens und der^ürkei vertauschen. Und obgleich dieser Handel sehr lebhafte ist, könnte^ doch jeder Seemacht des Mittelmeerö gelingen, ihn an sich zu brin-gn und den alleinigen Gewinn davon zu ziehen, wenn sie die Levantiner^eide zur See nach Marocco brachte. Der Sultan würde diesen Han-M'lszweig um so mehr begünstigen, da dadurch die Einkünfte seiner ZölleErwehrt, und ein großer Theil seiner unzufriedenen Unterthanen abge-halten würde, sich in der Levante niederzulassen.

Die Karavanen, die sich nach dem Innern Afrika's begeben, sindweniger zahlreich, denn jene, die nach Mekka ziehen. Dessen ungeachtet^be„ sie bisweilen 16 bis 20,000 Kameele bei sich, obgleich es selten ist,die Zahl der Männer sich auf mehr denn 5 bis 600 belaüst, Maul-^Ertreiber, Kameelführer und andere dienende Personen mitgerechnet.Cäffilen beschränken sich meist auf 100 bis 150 Personen mit 1000>,5vv Kameelen. Sie reisen von Marocco, Tetauen, Fas und Tafi-"t az,, Die erste zieht durch Demnet, und nachdem sie sich mit den''der,, im Tafilelt vereinigt, begeben sie sich alle zusammen nach Tatta"d Akka, um von dort aus vereinigt die Sahara zu durchziehen. DieseEinigten Karavanen halten an der südlichen Grenze der Wüste, näm«zu Tondrini und El-Arauan, um sich mit Salz zu versehen, von wog, uch nach Timbuctu oder Tombuctu begeben, um dort andere Kaufleüte»zutreffen, die entweder daselbst ansässig oder von andern Theilen hin-^kvmmen sind, um den Binnenhandel des Sudans, Senegambiens und