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Mohammedanisches Staatensystem.
Bei alledem ist die Rechtspflege streng und augenblicklich; ihr Grundsatzist: „Halte das Bolk in der Armuth, so wird es nie die Fahne deSAufruhrs aufpflanzen." Die Einkünfte des Stacus belaufen sich auf2,600,000 Piaster, die Ausgaben auf 990,000 Piaster. Daraus ergibtsich eine jährliche Ersparung von mehr denn 4,600,000 Piaster. Dieordentliche Heeresmacht besteht aus 46,000 Mann, worunter die HälfteNeger sind. Die mit regelmäßigen Garnisonen versehenen Festungensind 24 an der Zahl, von denen vier die Hauptstadt Marocco vertheidi-gen. Die Kriegsflotte, die sonst wohl aus 28 großen Fahrzeugen und49 Kanvnierschaluppen bestand, ist jetzt auf r Briggs und 43 Kanonier-schaluppen zusammengeschmolzen.
6. Topographie.
Marocco, Marraksch oder Marakasch, d. h. geschmückt, verschönt,Hauptstadt des Reichs, und eine der Residenzen des Sultans, großeummauerte Stadt von 2 Meilen Umfang, einst mit 700,00« I., jetztnur mit höchstens 3«,V00, darunter 5000 Juden und 4«>V0 Schellöche»,vielen Moscheen und dem kaiserlichen Palast, der jedoch außerhalb derRingmauer liegt. Er ist prachtvoll, ganz von Quadersteinen erbaut, mitcarrarischem Marmor verziert, und von Gärten umgeben, die '/» Meilenim Umfang haben. Die Straßen der Stadt sind eng und schmutzig,kaum die Halste des Raums ist mit Häusern besetzt, die übrige Hälfteliegt öde und wüste, mit Schutt bedeckt und von Unkraut überwuchert.Der Handel, der in Marocco mit Landesprvdukten sowohl als auslän-dischen Waaien betrieben wird, ist sehr bedeütend; er findet wie in allenStädten der mohammedanischen Welt in eigenen große» Gebäuden, ge-wöhnlich Basar genannt, stakt, hier heißt dieses Handelsviertel Caissaria.Außeuhatb der Scadt liegt die Borstadt der Aussätzigen, Hhahha ge-nannt, ausschließlich von Individuen und Familien bewohnt, die an die-sem von Generation zu Generation sich fortpflanzenden Übel leiden. Siedürfen die Stadt nicht betreten. Den Juden ist in Marocco» wie inallen Städten des Reichs, ein eigenes Viertel zum Wohnsitz angewiesen.
Fez, oder Fas, die größte und volkreichste Stadt des Reichs, zu-gleich zweite Residenz deS Sultans, aus der Alt- und Neüstadt beste-hend, die zusammen 88,000 I. zählen. Fez besaß einst. 70» Moscheen,von denen 50 von der größte» Pracht und mit Reihen prachtvollerMarmorsaüleu geschmückt waren; jetzt gibt es noch über >00 Gotteshäu-ser, darunter die Moscheen El Carnbin, von mehr als 300 Marmorsäu-len getragen, die vornehmste ist. Die Stadt ist der Hauptsitz maurischesGelehrsamkeit, des maroccanischen Gewerbfleißes und des Handels i>"nördlichen Theile des Reichs. Ihre Lage auf einer von hohen Berge"umgebenen Thalfläche zwischen Blumen- und Frnchtgarten, Citrone"-und Granatäpfel-Hainen ist entzückend schön. Die Festungswerke si"^dürftig.
MiknäS, Mekinas, große Stadt und dritte kaiserliche NestdenZ-anf einem Hügel in einer fruchtbaren Ebene, zur Provinz Fas gehöng-von Ölbaumwaldungen umgeben, weßhalb sie auch den BeinamenZeituna trägt. Der kaiserliche Palast hat mit seinen Gärten Meile"im Umfang. Die Jnwobnerzahl belaüft sich auf 55,000 Seelen, diegrößtentheilS Mauren und Araber sind. Die Stadt ist sehr gut beft'istigt, um die unruhigen Gebirgs-Bereber im Zaume zu halten, die mcy'
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