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Mohammedanisches Staatensystem.
herlaufen, und Längentbäler bilden, deren Flüsse die Ketten in Quertbä-lern durchbrechen, um sich mehrentheile in's mittelländische Meer zu er-gieße», während andere auch nach Enden znr Sahara fließen, in derenSand sie versiegen, oder auch wohl Sachen bilden, wie im Thale el Schalt,das zum Fürstenthum Cvnsiantine gehört. Der wichtigste unter denFlüsse» des Landes ist der Schelif, demnächst sind in der neüeste» Ge-schichte bekannt geworden die Täfna und die Makdah, die innerhalbdes FürstenkhnmS Mascara ihren Lauf zum Meere nehmen. DaSBergland wird von den Arabern el Teil genannt, weil es, nebst denKüstengebieten, in seinen Thälern dem Ackerbau gewidmet ist. Die süd-lichen Gegenden, mehrentheilö Flächen zwischen dem TeU und der Sahara,bilden das Beled-ul-Dscherrid, das Land der Palmzweige, denn in ihmfindet vorzugsweise die Kultur der Dattelpalme statt.
Mvgh'rib-ul-Asuath theilt mit Moghrib-ul-Aksa dieselben klimatischen,dieselben Kultur-, dieselben Volker-Verhältnisse. Doch findet hier, inMascara und Cvnstantine, nicht der reichliche Niederschlug im Winterstatt, als in Marocco, weil die hohe Kette des großen Atlas den Zugder Regenwolken aufhält, daher ist der Boden trockener, nicht so ganzfruchtbar, die Flüsse versiegen außerhalb der Regenzeit mehr oder minderganz; die Kunst des Ackerbaus ist eben so vernachlässigt, als in Ma-rocco, nicht minder die Förderung der Mineralprodukte. Die Viehzuchtbildet den Hauptzweig des Nationalreicbthums, die technische Industrieist vorzugsweise auf Wollen- und Seiden Manufaktur, auf Gerberei,Lederfabrikativn und Töpferei gerichtet. Die gesammte Bevölkerung desMogh'rib-ul-Asnath beträgt höchstens l Million Seelen. Davon bildendie Mauren und seßhafte» Araber die Mehrzahl; auf sie folgen derKopfzahl nach die nomadisirenden Araber oder Beduinen, die amazirghi-schen Urbewohner, die hier ebenfalls Bereber, aber auch Kabailen oderrichtiger Kobailen, von Kobai, d. h. Stamm, daher Slammgcnvssen, ge-nannt werden; die Juden, die Türken, die Koluglis, die aus der Ver-bindung eines Türken und eines maurischen oder eines Neger-Weibesentsprungen sind; endlich die Neger, welche als Sklaven aus dem Be-led-es-Sudan eingeführt werden.
An der Spitze des Staates Mascara steht der Araberfürst Abd-el-Kader, der den Titel Emir führt; an der Spitze des Staates Constan-tine der Maure Acbmet-Bey. Mascara ist aus den vormaligen Provin-zen Tlcmsan und Titteri gebildet; Cvnstantine enthält den östlichen undgrößten Theil der ehemaligen Provinz gleiches Namens. Zwischen beidenFürstenthümern liegen die einzelnen unabhängigen Stämme der Bedui-nen und Kabailen, welche von Scheikhs regiert werden; unter diesenStämmen ist der der Beni-Samnn der einflußreichste. Jene beidenFürsten, so wie alle Scheikhs, streben dahin, die französischen Eindring-linge von dem Boden ihres Landes zu vertreiben, die, statt den inbeimi-schen Völkern die Wohlthäte» der Civilisation zu bringen, und sie fürdieselbe empfänglich zu machen, mit Feücr und Schwert über Berg undThal gezogen sind, und, indem sie einen Haufen Abenteurer unter siewarfen, das an sich schon verderbte Volk noch mehr entsittlicht, ja ver-weichlicht haben.
Mascara, die Residenz des Emir Abd-el-Kader, eine kleine befe-stigte Stadt mit nur 2,voo I., in einer schönen, fruchtbaren Ebene, amrechten Ufer des Hammam, der, mit einigen andern kleinen Flüssen ver-einigt, die Maita bildet. Dieser Ort wurde im Jahr I8LS von den
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