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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Etaatensystem-

zwei Seiten durch christliche Völker gedrängt, von Norden her durchRussen, von Süden und Osten durch Briten. Durch das zuletzt genannteVolk ist in unsern Tagen wiederum ein mohammedanischer Vtaat ausder Reihe seines Systems gestrichen worden, der afghanische nämlich,den wir, nachdem sein Volk den Versuch gemacht hat, die Oberherrlich-keit der Christen abzuwerfen, eben jetzt auf dem kürzesten Wege seyen,eine unmittelbare Provinz des Judo - Britischen Reiches zu werden.Überall, wohin wir blicken, sehen wir die mohammedanische Welt ingroßer Gefahr; von Europa der, von Indien her sind ihre Glieder be-droht. Alle gehen ihrer Auflösung entgegen, theils durch die Gewalteuropäischer Waffen, theils durch die Gewalt europäischer Industrie,die langsamer zwar, aber um so friedlicher und sicherer an dem Geisteder Mohammedaner schüttelt und rüttelt, und ihn vorbereitet zur Em-pfängnis; höherer Intelligenz. Der lebhaftere Verkehr mit eüropäischenVölkern, der aus diesen politischen und merkantilischen Verbindungenentsprungen ist, führt die Anhänger des Propheten auf die Bah» derFreiheit des Gedankens. Erst dann, wenn die Völker Westasiens nndNordafrika'S zu der Erkenntniß gelangt sind, daß die Lehren ihres Pro-pheten der Kritik fähig sind, dann erst geht ihnen die Morgenröthe derWohlfahrt auf, die Freiheit des Geistes, die bürgerliche, die staatlicheFreiheit, und mit ihr schreiten sie der wahren Gesittung entgegen, dieihr Herz, ihr Gemüth bessern, veredeln wird. Wünschen wir aber, daßdie große Aufgabe, welche Europa zur Wohlfahrt von so viele» Millio-nen unserer Milbrüder zu erfüllen hat, in die Hand der sittlichsten unterden eüropäischen Völkern gelegt werde. Daß England ganz vorzugs-weise dazu fähig und berufen sei, lehren uns die Begebenheiten währenddes zuletzt vergangenen Jahrhunderts. Hundert Millionen betriebsamerMenschen sind durch das britische Volk von dem unerträglichen Jochasiatischer Despotie befreit worden, und es ist denselben ein Zustand derGerechtigkeit vorbereitet und eröffnet worden, von dem sie, vor demAuftrete» der Engländer in Indien, keine Ahnung gehabt haben. Abernicht Fortschritte, sondern Rückschritte macht die eüropäische, die christ-liche Civilisation unter den Völkern des Mohammedanismus, wenn sieihnen durch Maßregeln zugetragen wird, von denen die Welt seit zwölfJahren hat Augenzeuge sein müssen in der Mitte deö afrikanischenAbendlandes. Ein Volk, daS auf der Stufenleiter der Gesittung, deröffentlichen Moral so tief gesunken ist, wie dasjenige, welches sich fürberufen fühlt, die Bewohner jenes Abendlandes für die böhere Kulturzu gewinnen, ist unfähig zu diesem großen Werke; da trifft Barbar««auf Barbarei, und noch beklagenswerther wird der Zustand eines Volks,das aus den Bande» wilder Sitten und Anschauungen befreit werde»soll. Wahrlich! ein Fluch scheint auf den unglücklichen Bewohnern deSMogh'rib-ul-Asuath zu ruhen; seit Jahrhunderten unter dem Einst»»grausamer Piraten-Haüptlinge und entarteter Türkenhvrden verderbt,fallen sie in die Hände eines Volks, das den Namen eines christlich'!»trägt, das sich in seiner wahnsinnigen Eitelkeit für das civilistrteste DoCder Erde hält, daS da wähnt, und unaufhörlich, zum Ekel damit prahlt,an der Spitze der Civilisation zu schreiten; in die Hände dieser, in ihre»Sitten, in ihrer intellectuetten Bildung so tief gesunkenen Nation fast"die unglücklichen Mogh'ribiner, um noch den letzten Nest des Guten völ-lig zu verlieren, der noch in ihrem Herzen übrig geblieben ist! Bekla^genöwertheö Geschick!