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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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159
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Die Staaten im Täkrur, dem Innern von Nord-Afrika. I5N

ES bleibt uns nun noch die Betrachtung derjenigen mohammedani-schen Slaaten und Volksvereinigungen übrig, welche im Innern vonAfrika rc. seßhaft sind. Da die europäische Welt mit ihnen bisher nurin sehr geringe Berührung getreten ist, und viele derselben unS nur demHamen nach bekannt sind, so können wir unS bei ihrer Schilderungkurz fassen; wir beschränken uns auf eine kursorische Nachweisung.

Die Staaten im Täkrur, dem Innern vonNord - Afrika.

Im Innern der Nordhälfte von Afrika, jenseits der großen Wüste,erstreckt sich das von den Arabern Beled-es-Sudan, d. i. das Land derSchwarze», von den Jugeboruen aber Täkrur genannt, Ländergebiet vonEenegambien im Westen, oder den Küsten des atlantischen Oceans, bisin den abyssinischen Alpen im Osten. Der westliche Theil dieses großenGebiets besteht aus einem Berglande von sehr mäßiger Hohe, in wel-chem diejenige Kette, welche unter dem Namen Kong, d. h. Gebirge be-kannt ist, die bedeüteudste Hervorraguug bildet, und dennoch in ihrenKulminationspunkten kaum L,VUO Fuß über dem Meere liegt. Der öst-liche Theil des Beled-eS-Sultan ist ein wellenförmiges Tafelland von«>va I,ü00 Fuß mittlerer absoluter Erhebung, hie und da mit einzelnenBergreihen, die, wie der Kong, eine von West nach Ost streichende Nor-mal-Direktion haben. I» jenem Berglande entspringen der Senegal, dieGambia und der Dschvliba, von denen jene gegen Westen fließen undden dahin liegenden Gegenden den Namen Eenegambien verleihen, wäh-lend der dritte gegen Osten und später gegen Süden laüft, um sich inden Meerbusen von Guinea zu ergießen. Diesen Dschvliba, der in sei-den, Mittellauf unbekannt ist und in seinem Unterlauf Quorra oderKvwarra genannt wird, hält man für den Niger der Alten. Er nimmtvon der linken oder Ostseite den Tschadda auf, einen sehr mächtigen Zu-nuß, dessen Quelle man noch nicht kennt. Im Innern, fast genau inder Mitte des Erdtheils liegt der Tschad-See, der von Süden her den^chary aufnimmt, einen ansehnlichen Fluß, dessen Ursprung in den, dasBeled-eö Sudan auf der Südseite begrenzenden Hochgebirgen liegt. Vonder Westseite empfängt der Tschad-See den Jeu, oder er entsendet den-man ist nämlich noch nicht darüber im Gewissen, ob der Jeu ein?"fluß oder Abfluß des Tschad-See'S ist; im letzteren Falle hält manGn fj,i- den Oberlauf des in den Dschvliba - Niger fallenden Tschadda.Innerhalb der Wendekreise gelegen, hat das Beled-es-Sudan ^in durch-us tropisches Klima, so zwar, daß gerade dieses Land, durch seine kon-"lentale Stellung und durch die Nachbarschaft der trockenen Sahara°v^">aßt, hie heißeste Gegend auf der ganzen Erde ist, wo Jahr aus^>hr ein eine mittlere Wärme von 28° und darüber herrscht. Dieß giltdj'?v"klich von dem innern Tafelländer im westlichen Berglande wirdHitze durch die größere Erhebung deö Bodens über die Meeresflächewas gemäßigt. Aus diesen klimatischen Verhältnissen folgt natürlich