Geographie und Statistik der christlichenStaaten von Abytlinien.
Das Christenthum bat seit den frühesten Zeiten seiner Verbreitungbei den Bewchnern des abyssinischen Hochlandes Eingang gefunden, undsich unter denselben bis auf den heutigen Tag erhallen, trotz dem, daßes von Mahommedanern und Heiden rings umgeben ist, und der Islamnicht unbedeutende Anstrengungen gemacht hat, die Lehre des Welthei-landes von diesem Hochlande zn verdrängen.
Abysstnien, Habesch oder Habessinien, an der Ostseite von Afrika ge-legen, vom >5" nördl. Breite bis zum 8°, ist, wie gesagt, ein Hoch-land, das sich in seinen GedirgSspitzen bis über 14,vstv Fuß, und somitbis in die Schneeregion, in seinen größeren Plateanx aber bis zu 7006Fuß über die Meeresfläcbe erhebt. Es ist die Wiege des Nilstroms. undzwar des östlichen Arms desselben, des Abai, wie er hier heißt, des Bahrel Asrek der Araber, d. h. des blauen Stroms, der bald nach seinemUrsprünge den Dembea- oder Zana-See durchstießt, einen der größtenLandseen Afrika's, lü d. M. von Norde» nach Süden lang und 5'/» d.M. breit, 5750 Fuß über dem Meere. In Habesch entspringt auch dergrößte Nebenfluß des Nils, der Takazze, der hier ein tiefes Thal durch-furcht, um weiter unterhalb in Nnbien sich mit dem Hanplstrome zl>vermählen. Dieser Fluß scheidet den nördlichen Theil von Abysstnien >nzwei Hälften, eine östliche, welche Tigre heißt, und eine westliche, welcheAmbara genannt wird. Jene östliche Hälfte ist wasserarm, dagegen diewestliche besser bewässert, was auch von der südlichen Abtheilung des Lan-des, von Schoa, gesagt werden kann, dessen Wassersystem sich in dasNilgebiet, und in das Gebiet des Auasch spaltet, eines Flusses, der iMHochlande entspringt und mit nordöstlichem Lause dem indischen Meerezufließt, ohne dieses jedoch zu erreichen, da er sich, einige Tagemärsclssvon der Küste, in einen See ohne Abfluß, den See von Aussa ergießt-Innerhalb der Tropen belegen, nimmt Abysstnien an dem Klima desheißen Erdgürtels Theil, und zwar an demjenigen der höheren Regionen»dessen Temperatur gemildert ist durch die dedeütende Erhebung über dieMeeresfläche. Auf dem Plateau von Gondar, 7000 Fuß über der Mee-resfläche, unter I2°'/z nördl. Breite, beträgt die mittlere Temperatur20°, dagegen an der abyssinischen Küste zu Massana, unter 15°'/, betBreite, erreicht sie 31°, im Dnrschnitt 3°'/, höher, als unter denTropen der Fall zu sein pflegt. Die täglichen Abwechselungen in dekTemperatur sind, wie fast überall unter den Tropen, gering, und starkeStürme geboren darum auch zu den großen Seltenheiten. Ueberhanpt»sagt Nüppell, muß das Land als ein klimatisch in hohem Grad begu^
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