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Die christlichen Staaten
zusammen genommen also 6000 l?Mln. Die Bevölkerung von Tigreläßt sich auf höchstens 300,Nüv Seelen schätzen, in Amhara betragt sieetwa l,2W,vvv, in Schoa l'/, Millionen.
Die Mehrzahl der Bevölkerung ist ein schön geformter Menschen-schlag von der kaukasische» Rasse, dessen Gesichtsbildnug mit derjenigenidentisch ist, welche unter den Arabern vorherrscht: ein ovales Gesicht,eine fein zugeschärfte Rase, ein wvbl propoi tionirter Mund mit regel-mäßigen, nicht im Geringsten aufgeworfenen Lippen, lebhafte Augen,schön gestellte Zahne, etwas gelocktes oder auch glattes Haupthaar undeine mittlere Körpergröße sind die charakteristischen Merkmale diesesMenschenschlags. Eine zweite zahlreiche Abtheilung der Bewohner Abys-stuieus ist, vermöge ihrer Gesichtsbildung identisch mit den Beduinen desöstlichen NubienS und den Danakib, die am östlichen Abhänge des abys-siiiischeu Hochlandes nomadisiren, und die besonders durch eine wenigerzugeschärfre und durchgehends etwas gekrümmte Rase, durch dicke Lip-pen, durch längliche und nicht sonderlich feurige Augen und durch einsehr stark gekräuseltes und beinahe wolliges, dichtes Haupthaar sich aus-zeichnet. Eine dritte Völkerklasse Abyssinienö bilde» die GallaS; ihrGesicht ist mehr rundlich, ihre Nase gerade, kurz und von der Stirndurch eine Vertiefung getrennt; sie haben etwas dicke, jedoch nicht ue-gerartige Lippen, dickes, stark gekräuseltes und beinahe wolliges Haupt-haar, kleine, tiefliegende, aber sehr lebhafte Augen und einen ziemlichstämmigen und großen Körper. Diese Gallos haben ganz besonders inSchoa ihre Wohnsitze, wo sie die Mehrzahl der Bevölkerung bilden.Durch das Rebeneinanderleben dieser drei Volkeklassen ist indessen imLauf der Jahrhunderte eine große Vermischung derselben eingetreten-Eigentliche Reger findet man nur unter den von Westen her eingeführ-te» Schangalla-Sklaven. Mit Ausnahme dieser, welche durchaus schwarzsind, ist die Hautfarbe der übrigen Bewohner Abyssiniens, welchemStamme sie auch angehören mögen, unter sich sehr verschieden, und wech-selt vom hellen Branngelb bis zum dunkelsten Schwarzbraun.
Die Gcezsprache war bis in'ö vierzehnte Jahrhundert die herrschendeSprache in Abyssinien, worin auch die kirchlichen Bücher alle abgefaßtwurden; seit der Zeit ist sie durch die amharische verdrängt worden, diein zwei Hanptdialekte zerfällt, in den Amhara-Dialekt, welcher in allenLändern westlich und südlich vom Takazze gesprochen wird, und in denTigre-Dialekt,. der auf der Ostseite dieses Stromes herrscht, und vonder Geezsprache vieles beibehalten hat. Diese ist auch fortwährend dieSchrift-, Bücher- und Kirchensprache, und höchst selten wird in der am-harischen geschrieben. Außer jenen Hauptdialekten gibt es nach den ein-zelnen Gegenden und Landschaften eine große Menge Nebendialekte. DieGallas haben ihre eigene Sprache.
Die christliche Religion herrscht in Abyssinien nach dem koptische»Ritus. Das Haupt der Geistlichkeit heißt Abuna, eine Würde, die voneinem Kopten aus Aegypten, den der Patriarch von Cahira ernennt, be-kleidet wird. Im allgemeinen Mouvphysiten spalten sich die christliche»Abyssinier in drei Hauptsekten. Sie sind überhaupt in großen Abcrglamden verfallen und werden uns, nach dem einstimmigen Urtheil aller Re>^senden der neüern Zeit, als ein sittenloses, moralisch verderbtes Volkgeschildert, das von den mohammedanischen Abyssiniern weit übertreffe»wird. Der Islam hat, wie schon im Eingang erwähnt wurde, in Abysisinien ein großes Feld gewonnen und macht noch täglich Fortschritte«
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