Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
178
JPEG-Download
 

178

Bnddhaistisches Staatensystem.

Das chinesische Reich.

1. Lage, Greiisen, Grötse, Volksmenge, Name.

Das chinesische Reich breitet sich in ganz Ost- und Mittelasien auS.Auf der östlichen Seite vom stillen Ocean bespült, in dessen Flucheneinige znm Reich gehörige Inseln liegen, grenzt dasselbe auf der Land-seite gegen Norden au das russische Reich, gegen Westen an die moham-medanischen Staaten Turkistans, namentlich an Chokand und Kundus;gegen Süden an den indischen Staat Lahore, an das indo-britischeReich, an Birma, Siam und Annam.

Auf einem Raume von ungefähr 256,066 deürschen Quadratmeilensich ausdehnend, gehört das chinesische Reich zu den größten Staatender Erde, der unmittelbar hinter dem indo-britischen und dem russischenReiche folgt. Bon diesen drei Mächten, den präponterirenten in Asien,hängt das Schicksal deö Erdtheil« ab. Alle drei sind als Eroberer auf-getreten, alle drei haben ihr politisches System auf Völker anderer Ab-stammung, anderer Glaubensmeinungen, anderer Bildung ausgedehnt,die chinesische Macht, von dem Mittelpunkt ihrer Kraft in Ostasien»im eigentlichen China, gegen Westen hin über ganz Jnnerasien, über diemongolischen, türkischen und tübetischen Völker, die auf den weit undbreit gestreckten Tafelländern zwischen dem Altai und dem Himalayaihre Wohnsitze haben.

Über die Volksmenge des chinesischen Reichs herrschen die wider-sprechenden Ansichten und Meinungen. Alle stimme» jedoch darin überein,daß China außerordentlich dicht bevölkert ist. Nach einer Heileren An-gabe belaüft sich die Jnwohuerzahl des eigentlichen China auf beinahe377 Millionen, während die der übrigen Bestaudttheile zu etwa 18 Mil-lionen, die Volksmenge des ganzen Reichs also auf 395 MillionenSeelen geschätzt werden kann, wonach ungefähr >666 Menschen auf demRaume einer deutschen Geviertmeile leben werde».

Dieses große und mächtige Reich ist das reichste, älteste und volk-reichste unter allen, welche jetzt bestehen, oder deren die Geschichte erwähnt-Die Völker, — sagt Remüsat, den wir hier vorzugsweise benutzenmüssen, — die Völker, welche es bewohnen, geben ihm in ihrer Sprach«keinen andern Namen als das „Reich," die „Welt," das „Königreich''oder auch die „Blume der Mitte;" oder sie bezeichnen es zuweilen mitdem Namen der gerade herrschenden Dynastie. Ihre Nachbarn habe»diesen Brauch von ihnen angenommen, und die Namen der berühmte-sten Dynastien Jahrhunderte lang nach Ende ihrer Herrschaft beibehalte«-Der Name „Thsin," den eine im Jahre 256 vor Cbr. Geb. zur Herr-schaft gelangte Dynastie dem Reiche gab, hat sich frühzeitig über de«ganzen Orient verbreitet und ist von den Geographen und Reisenden d«cverschiedenen Länder Eürvpa's und Asiens nach und nach in Sin, Tschie«'Maha-tschin, Mandschi, Tsinistan, Dschen, Dschemasden und Cl-i««'sprich Schina, verdreht worden. Der letzte Name behauptet in EüroP^den Vorrang, seitdem die Portugiesen über das indische Meer »achdem Reiche kamen und die südlichen Häfen desselben besuchten. Der,Mittelalter berühmte, von den Chitans, welche die nördliche Provinz«''des Reiches besaßen, herkommende 'Name Chitai oder Kathai hatbei den Russen bis auf den heutigen Tag erhalten.

Das clLande der 'Mongolen >Aau In, d,EuropäernJnnerasien7) dem alProvinz au«och BotavChinaEintheilunojede neüeProvinzen18 Provinzh«n StaateBezirke (sutheilt. Au!^vn keinerher Statthlstrikte nenn. I. DiHauptstädl

1)

2 )

3)

4)

5 )

«)

7)

8 )

S)

10 )

11)

12 )

13)

14)

15)

16)

17)

18)

2. DArtesischen^hrna bet,