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Budbhaistisches Staatensystem.
namentlich in Schen-si und Kan-su, sind ihre Wohnsitze. Die zuletztgenannte Provinz ist ganz von ihnen besetzt, sie ist erst in neuerer Zeitzur Berwaltung des eigentlichen China geschlagen worden. Es ist obenerwähnt worden, daß die heutigen Bewohner von China bei ihrer An-kunft daselbst ein Volk vorfanden, welches sie Miao, später aberKhiang nannten, ein Name, der von den Chinesen allen tiibetischenVölkerschaften beigelegt wird. Diese behaupten von einer großen Affen-art abzustammen, und in der That bemerkt man in den Zuge» der Tü-beter sehr viel Affenähnliches, was sich besonders im hohen Alter zuerkennen gibt. Die tiibetischen Völker erhielten durch Buddha'S Glau-benslehre sehr früh die von ihr ausgehende Kultur; sie sitzen auf demhoben Plateau zwischen dem Himalaya und der Zzang-Karakorum-Kelte,in den Hochthälern des Indus und Jaro zangbo tsiu, theils als Acker-bauer, theils aber anch, den Sitten ihrer ältesten Vorfahren getreu, alsNomaden und Hirten, deren Reichthum in der Zucht der tiibetischenShawlziege besteht. Die mongolischen Völker innerhalb des chinesischenReichs, aus den eigentlichen Mongolen, der Calchas und den Oeloetoder Kalmücken bestehend, haben, größtentheils als Hirten und Jäger,ihre Wohnsitze in dem nach ihnen benannten Landstriche des innerenAsiens, in der Mongolei zwischen den Mandschus oder Tungusen imOsten, den Türken im Westen, den Chinesen und Tübetern im Südenund der russisch-sibirischen Grenze im Norden, die sie überschreiten,indem die Burjaten, ein Zweig des Mongolen- oder Tartarenvvlks, imSüden und Osten des Baikalsees, in diesem, seinem Ursiye theils an-gesiedelt sind, theils nomadisiren. Spuren des indo-germanifchen Volks-typus, sowohl durch Gesichtszüge als Sprache angebrütet, finden sichmehr oder minder unter allen Völkern des chinesischen Reichs, voMaüßersten Westen bis zum aüßersten Osten, vorzugsweise aber findet sichein indo-germanischer Stamm in den westlichen Gegenden von ThianSchan Nan lu, wo persisch redende Tadschiks die Hauptmasse der Be-völkerung, lind Türken nur erobernde Einwanderer sind. Einige schwachehistorische Anzeichen, die Vergleichung der Sprachen, alte Traditionen,die in der Hindu-Mythologie verborgen liegen, und selbst einige physio-logische Betrachtungen über die Volksstämme OftasienS lassen, wieKlaproth bemerkt, vermuthen, daß der Mittelpunkt dieses WeltlheilS ineiner sehr entfernten Zeit von den Vorfahren aller indo-germanischeNVölker besetzt war, und daß eine Begebenheit, deren Umstand wir nichtzu ergründen vermögen, diesen Menschenschlag nach allen Weltgegendenzerstreüten.
Wenden wir uns zu einer näheren Betrachtung der Chinesen, alsdes herrschenden Volks, dem es im vorigen Jahrhundert zum erstenMal gelungen ist, alle oben genannten Völker in einem einzigen Staatezu vereinigen, so erzählt uns Nemüsat, — ihre Gesichtsfarbe sei in densüdlichen Provinzen durch das Klima gebräunt, im Norden aber ziem-lich weiß, und die Frauen der höheren Stände, die sich niemals derSonnenhitze aussetzen, hätten eine eben so weiße und lebhafte Farbe,als die Frauen im mittleren Europa. Diese, in gewissen Provinzensehr hervortretende Manchfalligkeit kann ebensowohl an Verschiedenheitdes Ursprungs, als am Klima liegen. Der Wuchs der Chinesen hatnichts Bemerkenswerthes. Ihre hervorspringenden Backenknochen undschiefliegenden Augen charakterisiren den Menschenschlag, den man denmongolischen zu nennen pflegt. Ihre Nase steht im Allgemeinen nicht