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Die Heibenwelt.
baut; Brust und Schultern sind breit, der Bauch aber ist flach und nichthervorstehend. Die Schenkel sind dünn und hager, die Beine gekrümmt,die Knie ausgedehnt, die Zehen etwas einwärts gekehrt.
Sie gehen fast ganz nackt, und tragen blos auf dem Rücken einStückchen Seehundsfell. Ihre Weiber sind ihnen an Bildung ähnlich,und mit ihren hängenden Brüsten nur noch häßlicher. Außer jenemSeehundsfelle tragen sie, doch nicht alle, einen kleinen Lappen oder denBalg eines Vogels, um die Scham zu decken. Harmlos und friedfertigsind diese Menschen, aber auch außerordentlich dumm. Weil man ausihrem Munde nur ein einziges Wort, nämlich Peseräh gehört hat,so hat man sie so genannt, ohne seine Bedeutung zu kennen. DasThranöl, womit sie sich beschmieren, kündigt durch einen höchst widrigenGeruch ihre Annäherung schon von ferne an. Selbst an den heiterstenTagen ihres unfreündlichen Sommers schaudern sie vor Kälte. MitEinem Worte, sagt Förster, die menschliche Natur erscheint nirgends ineinem so herabgewürdigten, elenden Zustande, als unter diesen traurigen,verlassenen, sinnlosen Geschöpfen.
Im Innern von Patagonien leben die dortigen Stämme, unter de-nen die Pueltschen der mächtigste ist, ohne Mühe von der Jagd, undvon großen Heerden, wozu ihr Land ihnen unermeßliche Waiden dar-bietet, die auf der einen Seite an das Meer grenzen, und auf der an-dern durch hohe Gebirgsketten von allen andern Gebieten abgesondertsind. Längs der Küste und im Feüerlande könnte das Meer mit seinemReichthum an Thieren aller Art manchfaltige Nahrungsmittel gewähren,aber die dort lebenden Stämme beschränken sich auf Muscheln und an-dere Schaalthiere, die sie vom Grunde des Meeres und von den Felsenunter dem Wasser fischen. Auch faules Robbenfleisch dient ihnen zurNahrung und zu einem — Leckerbissen. Ein Paar Pfähle mit Bastverbunden, und mit alten Robbenfellen bedeckt, machen die Wohnungdes FeüerländerS aus.
Diese Wilden, welche die südlichste Spitze des Erdbodens bewohnen»erscheinen uns als elend, als ausgeartet und verfallen. In ihren eige-nen Augen sind sie so unglücklich nicht. Ihre Lebensart, sagt ein genauerBeobachter, ist ihnen zur andern Natur geworden; sie geben ihr vorallen den Vorzug, und keiner von ihnen würde unsern milden Himmels-strich ihrem naßkalten Klima vorziehen; seine erbärmliche Hütte ist ihmlieber, als ein bequemes eüropäisches Wohnhaus; sein Nobbenfell dünktihn zierlicher, als Seidenstoffe und gestickte Kleider; ein wohlschmeckendesGericht aus unserer Kücbe ersetzt ihm keineswegs das lieblichere turnetseines stinkenden Nobbenfleisches. Gesetze und Einschränkungen verschmähter, zügellos sinnlich und rachgierig, paßt er in keine wohl eingerichteteGesellschaft und verachtet sogar unsere Sitten und Lebensart, die ernicht zu beurtheilen vermag.
Ende.