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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
51
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eines Pflanzcntheilö oder mir durch thcilwcise Versetzung einessolchen entstanden seyn,' wobei jedesmal ein Theil der innernSubstanz der Pflanze blosgelegt und den unmittelbaren Einflüs-sen der Atmosphäre ausgesezt wird. Auch die durch den Biß derThiere verursachten Wunden kommen großentheils mit den ebengenannten übcrein, und haben wie diese verschiedene Folgen, je nachder Große und den Theilen selbst, welchen sie beigebracht wurden.Betreffen sie nur die Rinde bei Holzpflanzcu, so haben sie meistkeine uachthciligen Folgen, wenn sie nicht groß sind, weil sichdann leicht bei sonst gesunden Pflanzen eine neue Rinde über derWunde bildet, und diese wieder schließt; ist aber eine bedeutendeEntrindung geschehen, so kann die fehlende Rinde nicht wiedercrsczt werden, es bleibt die Saftbewegung, besonders wenn dieRinde rundum abgelöst wurde, in derselben durch die Wundeunterbrochen, und es tritt Entkraftuug und zulczt der Tod derPflanze ein. Dasselbe gilt von den Wunden, welche den Holz-körper (durch gewaltsame Spaltung, Abhauen eines Astes oderdurch Heraushauen eines seitlichen Holzstückcs) getroffen haben;kann sich die Wunde wieder frisch berinden, so wird der Baumoder Strauch geheilt, ist dieses nicht der Fall, so vertrocknet dasHolz an der entblöstcn Stelle , oder es findet daselbst ein Aus-treten des Saftes statt, wodurch die Pflanze geschwächt wird,und wenn dieser Saft an der Luft nicht eintrocknet, sondern inVerderbnis; übergeht, so kann sich die Wunde in ein Geschwürverwandeln, welches immer weiter um sich greift, bis endlich dasvöllige Absterben des verwundeten Theils oder der ganzen Pflanzeerfolgt. Ist aber gar die Munde so beschaffen, daß sich dasThau- und Regcnwasscr darin ansammeln kann, so wird die Zer-störung des Holzes noch beschleunigt; es bilden sich Rinnen oder Gruben,welche allmälig tiefer eindringen, bis der ganze Stamm hohl wird.

(Schneebrüche), durch heftige, auf feuchte Nebel oder aufhäufig niedergefallenen wässerigen Schnee schnell folgende Kälte(Duftbrüche), durch eine zu große Menge von Früchten, welchedie Aeste endlich nicht mehr zu tragen vermögen (Obstbrüche),durch Blitzschlag; bei dünnern Theilen und krautigen Pflanzenauch durch Hagelschlag, welcher jedoch häufig nur Verletzun-gen der Rinde und der Blätter nach sich zieht.

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