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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Fünftes Kapitel.

Von den Erscheinungen des Pflnnzenlebens im «duorrneu

brrstande:

Pflanzeupa thologie.

Begriff der Krankheit und Mißbildung der Pflanzen.

§. 221 .

Wenn bei dem harmonischen Zusammenwirken der äußernund innern Bedingungen (§. 146) das Pflanzenleben auf unge-störte Weise und in regelmäßigem Verlaufe auftritt, so nennenwir den Zustand der Pflanze selbst normal (regelrecht); erist gleichbedeutend mit Gesundheit. Ist aber die Lebensthätig-keit auf irgend eine Weise gestört oder gibt sie sich in unregel-mäßigen Erscheinungen kund, so geht die Pflanze in einen ab-normen (regelwidrigen) Zustand, d. h. in den Zustand derKrankbeit und Mißbildung über.

Zwischen Krankheit und Mißbildung ist schwer eine Grenzezu finden. Beide beruhen auf einer widernatürlichen Veränderungder Lebensthätigkeit. Die Krankheit geht im Allgemeinen mehraus einer Störung oder Abnahme dieser Thätigkeit hervor; dahergewahren wir dabei meist eine Herabstimmung der vegetativenVerrichtungen. Die Mißbildung, welche überhaupt in einer Ab-weichung und Ausartung der Pflanzenorgane von dem regelrech-ten Entwicklungsgänge besteht, tritt bald nur in Folge eineskrankhaften Zustandes der Pflanze auf, bald erscheint sie aberauch bei übrigens kräftigen Pflanzen, wo sie öfter sogar miteiner Steigerung der vegetativen Verrichtungen verbunden istund zuweilen selbst durch*die Zeugung sich fortpflanzen kann.

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