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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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weil dann die Wurzeln in der Tiefe noch hinlängliche Feuchtigkeitlinden können, um sie dem Stamm und den übrigen über demBoden befindlichen Theilen'zuzuführen. Das beste und allgemeinsteHeilmittel für die durch Hitze und Dürre leidenden Pflanzen über-haupt ist jedoch ein noch zu rechter Zeit einfallender reichlicher Re-gen; aber auch der nächtlich niederfallende Thau wirkt erfrischendauf die durch die Tagcshitze entkräfteten Pflanzen.

Gegen die schädliche Einwirkung der Kälte sucht man diePflanzen auf verschiedene Weise zu verwahren» indem man beimHerannahen des Winters Stamm und Acste mit Stroh umwickelt,mit Matten deckt, oder auch die Aeste niederbiegt und mit Erdeüberschüttet. Oft ist es hinreichend, den Fuß des Stammes miteinem Haufen abgefallenen Laubes zu umgeben, oder die Spalier-bäume mit Packleinipand u. dgl. zu überhängen. Selbst krautigeGewächse lassen sich durch das Bedecken mit schlechten Wärme-leitern gegen eine nicht zu starke Kälte schützen. Viel kommtauch hierbei aus die Wahl eines Standortes an, wo die Pflanzengegen die rauhen Nord - und Ostwinde gcschüzt sind, so wie desBodens, da in einem feuchten Erdreiche die Gewächse leichter vomFrost beschädigt werden, als in einem trockenen Boden. Amschädlichsten sind die Spätfröste im Frühling, wo die Holzgewächsebereits im Safte stehen, und dabei ist wieder die Zeit des Son-nenaufgangs die gefährlichste, weil dann die Kälte am stärkstenist, die Blätter mit Thautropfcn bedeckt sind, und nun bei heite-rem Himmel die zarten Triebe durch die ausstrahlende Wärmenoch mehr erkältet, hierauf aber sogleich von den Sonnenstrahlengetroffen werden, was, wie schon (S. 46) bemerkt worden, fürdiese Theile am leichtesten tvdtlich wird. Weit weniger schadenkalte Nächte und Morgen bei bedecktem Himmel; daher man auchdurch das Bedecken der Pflanzen am Abende vorher, wenn einNachtfrost zu befürchten steht, öfters den Schaden verhüten oderdoch mildern kann. Immergrüne Bäume und Sträucher könnenauch dadurch leiden, daß nach gefallenem Schnee nicht nur dieBlätter und Zweige abgedrückt werden, sondern daß auch späterbei dem Schmelzen das Schnecwasser zum Theil auf der Rindehaftet und bei wiedereintretendem Froste die Zweige mit einer Eis-kruste überzieht, welche der Pflanze sehr verderblich werden kann«Das beste Mittel dagegen ist, den Schnee jedesmal bei Zeiten

lvüchoff, Botanik. Lande« 2. Thl. 8