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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Nach der chemischen Beschaffenheit des Bodens, vorzüglich nachden vorherrschenden Erdarten desselben gibt es Kiese (pflanzen,welche mit den Sandpflanzen übereinstimmen, da der Sand in derRegel hauptsächlich aus Quarzkörnern besteht; Kalkpflanzcn, wieviele Orchideen, der Berg-Gamandcr ('^ euovlum montnnum),die Frü h lin gs - A d on is (^«lonls vei-nnlis), die Stein-Hutchinsie (Hutoliiiiala petvaer») , das ö h r chen t r a g e n d eGänsekraut (^ralris auvioulata) , deren Vorkommen immervon einem kalkhaltigen Boden zeugt; Torfpflanzen, wie dasstraffe Riedgras ((üaoex strlot») , das scheidige Woll-gras (Lriopllorum vaZInatum) , die Moor- und Sumpf-heidelbeere (Vaeolniuiu uliZinosum, V. Ox^vooeos) , diep o lc i b lä ttr i g e Andrvmede (^när-omefla polikoli») unddie So nn e nt h a u - Arten (Drosera). Auch der salzhaltige Bo-den an den Meeresküsten, in der Nähe von Salzquellen und inden Salzstcppcn der andern Weltthcile nährt manche ihm'eigen-thümlichen Gewächse, die man daher auch als Salzpflanzenbezeichnet, wie die Salz kräuter (Snlsols), die Glasschmalz-Arten (8aliool-nin), das S tra n d m i l ch kra ut <OInux mari-tim»), der Strand-Dreizack ( IHAlooliin mavitimum), diegewöhnliche Sellerie (^plum Zraveolens), die Strandnel-ken (8t.itic6) und viele andere.

Was die gcvgnvstische Beschaffenheit des Bodens betrifft, sosind über deren Einfluß auf die Vegetation die Ansichten derNaturforscher keineswegs übereinstimmend, indem manche (wieDe Candolle, Wahlenberg, Schouw, Alex. Murray)glauben, das; die Pflanzen sich nicht nach den Gebirgsarten richten,andere aber (wie Thomson, Zahlbruckner, Unger) der cnt-gegengeseztcn Meinung sind. Bei einer Reise durch größere Gebirgs-lage, deren geognostische Beschaffenheit öfters wechselt, kann manallerdings häufig eine diesem Wechsel entsprechende Verschieden-heit der Vegetation nicht wohl verkennen. Wenn man aber auchgewisse Pflanzen vorzugsweise oder ausschließlich auf bestimmtenGebirgsarten wachsen sieht, so scheint doch noch nicht gehörig ermit-telt zu seyn, ob wirklich die geognostische oder nicht vielmehrdie chemische Beschaffenheit des Bodens die Ursache davon ist, obferner nicht auch zugleich die physische Beschaffenheit einen bedeu-tenden Einfluß dabei äußert, so daß die Kenntniß der geognostische»