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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Beschaffenheit nur mehr in so fern für die Pflanzengeographievon Wichtigkeit bleiben würde, als manche Gebirgsarten leichterverwittern als andere, und darum einen reichlicher« Pflanzenwuchsbedingen. Auch die klimatischen Verhältnisse und namentlich derFeuchtigkeitszustand des Bodens dürfen bei Beurtheilung diesesGegenstandes nicht außer Acht gelassen werden^).

Nach dem Grade der Feuchtigkeit des Bodens, worauf in-dessen seine chemische Beschaffenheit nicht ohne Einfluß ist, gibt esPflanzen des trocknen Bodens, wie die wohlriechendeund Taubeu-Scabiose (8o»biosa sunveolens, 80. eolum-bari»), die Fel dmannstreu oampestro) ; Bruch-

pflanzen oder Pflanzen der feuchten Wiesen, ferner Schlamm-und Sumpfpflanzen, wie die gemeine Dotterblume

W ahlenberg (klors Osrpstorum Princips!., p. DXH—DXVI) fandauf dem Kalkgestein in dem einen Theile der Karpathen ganz an-dere Pflanzen, als in anderen Theilen dieses Gebirgszuges; erfand ferner von 39 Pflanzen, die in den Karpathen nur auf Kalk-gebirgen vorkommen, 22 in der Schweiz und in Lappland auchauf Granit, während von 6 dort dem Granit eigenthümliche»Arten hier Z auch auf Kalk wachsen. Unger hält sich dagegennach seinen im nordöstlichen Tyrol angestellten Beobachtungenvon dem großen Einflüsse der Gebirgsarten auf die Vegetationso sehr überzeugt, daß er (Ueber den Einfluß des Bodens auf dieVertheilung der Gewächse, S. 168) in dieser Beziehung drei Ab-theilungen der leztern unterscheidet. 1) Die Hoden steten Pflanzen»die einer gewissen Gebirgsart ausschließlich eigen sind (z. B. kalk-st ete Pflanzen: Oslsmistlis slpiaa, u^vseris toetiüs, vrx»8 oeto-petsls, Lrics csrp.es, Udoäenäroii Iiirsutum; schieferstete Pflan-zen : X,.sles pioculnbens, Elir^nsntliemum slpinum, Sesleris üisli-cka, UKocloAeiiäron kerru^iiieum); 2) die bodenholden Pflanzen,die zwar nicht einer einzigen Gebirgsart allein angehören, jedocheine bestimmte allen andern vorziehen (z. B. kalkholde Pflan-zen : Xstrsutis nisjor, Verouies urticsekolia, Ocntisns veriis, cilists,»sclepissies, 8»xik, sgs ^iroon, Xntli^IIisvuIoersri»); 3) die b V-denvagen Pflanzen, die durchaus an keine geognostischen Ver-hältnisse gebunden scheinen. Von diesen haben die evstern diekleinste, die leztern die größte Anzahl von Arten auszuweisen;dagegen ersezt bei jenen die Menge der Individuen das, was ihnenan Artenzahl abgeht, so daß sie (nach Ungers Meinung) ihremganzen Verbreitungsbezirke nach als charakteristisch für gewisseBodenarten auftreten, und als deutliche Fingerzeige über die geo«gnostische Beschaffenheit des Bodens gelten können.