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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Wir sehen aus dieser Zusammenstellung, das; zwar im Win-ter die Kälte von Enontekis um 7", 2 R. stärker als auf demSt. Gotthard ist, während im Frühling und Herbste der Unter-schied der Temperatur beider Orte nur 0°,8 bis 1°,6 beträgt,dagegen im Sommer am ersten Orte auch eine um 5",8 höheremittlere Luftwärme herrscht als auf dem St. Gotthard, und dießist der Grund, warum eine größere Zahl von Pflanzen in jenemhvchnordischcn Lande ausdaucrn, als auf der um 22 Brcitegradesüdlicher gelegenen Alphöhe.

Es wurde in der obigen Tabelle nur die mittlere Tempera-tur angegeben, wie sie um die Mittagszeit, wo die Luftwävmetäglich am höchsten ist, sich zeigt, und dennoch haben sich fürden St. Gotthard 8°, für Enontekis 16" unter dem Gefrierpunkteim Winter herausgestellt; dieses ist aber nicht die größte mittlereWintcrkälte, die in jenen Gegenden eintritt, sondern sie fällt zurNachtzeit am ersten Orte bis auf — 19",2 und darüber, währendsie auf dem St. Gotthard auf — 10°,8 hcrabsinkt, und dieseWinterkälte, die hier nur im Mittel angegeben, deren Ma.rimumaber noch weit bedeutender ist*), vermag also noch nicht dasPfianzcnleben zn zerstören. Welcher geringen Warme manchePflanzen zu ihrem Gedeihen bedürfen, beweisen manche Gletscherin den Alpen und die Eisblvcke an den Küsten des Eismeeres,auf welchen, wenn sie durch Erdfälle, Anschwemmungen odersonstige Zufälle mit Erde überdeckt werden, nicht blos krautigePflanzen, sondern selbst Sträucher sich ansiedeln und in dieserErde ein üppiges Wachsthum zeigen, so wie überhaupt in denPolargegcndcn, wo der Boden im höchsten Sommer nur wenigeFuß tief aufthaut, in der dünnen, cutfrorenen ErLschichte mancheKräuter vcgctircn und sogar an einigen Stellen noch Getreidegebaut wird. Da das Eis einer der schlechtesten Wärmeleiter ist,so wird hier die Sonnenwärme mehr in der oberflächlichen Dcge-tationsschichte des Bodens zurückgehalten, und diese Wärme, ver-bunden mit der allmäligen Ausdünstung des Eises, macht es mög-lich, daß an solchen Orten eine Vegetation stattfinden und durchdie genannten Umstände sogar noch begünstigt werden kann.

A,u 25. Januar ,8nz und am 5. 'Februar 1801 war die Kälte inEnontekis unter — zr» R. herabgegaugen.