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Ort um 1"56< nördlicher gelegen ist, denn er liegt zugleich 582^ Par. Fuß tiefer als der lcztere, wodurch die mittleren Temperatu-ren beider Orte sich mehr nähern. Um Zürich dagegen, welcheszwar um 1°N südlicher, aber auch um 260 Par. Fuß höher liegtals Tübingen, tritt die Blüthczeit derselben Pflanzenartcn umeine volle Woche, also fast um die doppelte Zeit früher ein, alsnach der obigen Berechnung für einen Grad in diesen Breitensich ergibt; hier wird diese vcrhältnißmäßig frühere Blüthencnt-faltung offenbar durch die Nähe des Züricher Sees und die gc-schüzte Lage der Gegend zwischen Bergen bewirkt.
Wir ersehen aber doch aus dem eben Gesagten, daß einemäßige Erhebung über dem Meere, wenn sie auch nur einen ge-ringen Unterschied in der mittleren Temperatur verursacht, schonvon bedeutendem Einfluß auf die Vegetation ist, und wir könnenhieraus schließen, daß dieser Einfluß bei größeren Höhen nochweit auffallender seyn müsse. Sch übler hat berechnet, daß aufLeu Gebirgen Deutschlands und der Schweiz die bisher betrach-teten Vegetationserscheinungen durch eine Erhebung von 100 Fußum 1 bis fast 1^ Tage, durch eine um 1000 Fnß höhere Lageaber im Mittel um 10 bis 14Tage verspätet werden*). Obgleichauch in dieser Beziehung sich wieder viele Verschiedenheiten erge-ben, je nachdem die hochliegendcn Orte völlig frei und eben oderzwischen Thälern eingeschlossen sind, oder je nachdem die Abhängeder Berge gegen die eine oder die andere Himmelsgegend sich nei-gen, so zeigen doch die Gebirge im Allgemeinen gegen ihrenGipfel oder Rücken eine stufenweise Verminderung der mittlerenTemperatur, so daß man in den Bergketten der tiefern geogra-phischen Breiten, im Sommer von ihrem F-nße an aufsteigend,alle verschiedenen Klimate, von demjenigen an, welches der mitihrem Fuße in gleicher Erhebung liegenden Ebene zukommt, bis zudemjenigen, welches dem hochnvrdischen Klima entspricht, in kur-zen Intervallen durchwandern, und dabei in wenigen Stunden
*) An den niedrigern Gebirgen bis zu övoo Par. Fuß Höhe vermin-dert sich die mittlere Temperatur um i" R. bei 555 Fuß Erhö-hung; in den höheru Alpen zwischen 119t und 7668 Par. Fuß(zwischen Genf und dem Hospiz des St. Bernhards) betragt aberdie Verminderung nach dem Mittel aller Jahreszeiten 1° R. bei855 Fuß. (Sch übler a. a. O. S. 262 .)
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