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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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aus dem Svmmcr in den Frühling und selbst in den ewigenWinter gelangen kann.

§. 271.

Auf den hoher» Bergen erreichen wir nämlich zulczt eineGrenze, über welcher der Schnee selbst im hohen Sommer nochgrößtcntheils den Boden bedeckt, und diese Linie wird die Schnee-linie oder die Grenze des ewigen Schncc'S genannt, zumUnterschiede von der tiefer liegenden, bis zu welcher in den Schluch-ten und an sonstigen vor den Sonnenstrahlen gcschüzten Stellennoch einzelne, nie völlig austhaucnde Schncefcldcr vorkommen, dieman daher als untere Schneegrenze bezeichnet, und diein den geringern Breiten zwischen den Wendekreisen auch nochbedeutend hoch über der Mecrcsfläche liegt, in den höhern Brei-ten aber der mccrcsglcichen Ebene sich nähert oder dieselbe erreicht.Eben so ist die Höhe der ewigen Schneegrenze unter den ver-schiedenen Breiten sehr verschieden; sie erhöbt sich um so mehrüber die Mcercsflächc, je näher die Gebirge gegen den Aequatvrhin liegen, und geht umgekehrt in den höhern Brcitegraden immertiefer an den Bergen herab, bis sie in der Polarzone mit dermcercsglcichen Ebene zusammentrifft. Dieses allmalige Herab-rncken der Schneegrenze gegen die Pole steht zwar mit der gleich-zeitigen Abnahme der mittleren Temperatur nach diesen Gegendenhin in genauer Beziehung; aber dennoch ist die mittlere Tempe-ratur in der Region der ewigen Schneegrenze keineswegs unterallen Brcitegraden die nämliche, sondern sie nimmt ebenfalls nachden Polen zu allmälig ab. Während man die mittlere Temperaturderselben unter dem Aequatvr zu -s- 1",2 R. angibt, zeigt siein der gemäßigten Zone eine Mittcltcmperatur von — 2",9 R.,und in der Polarzone sogar von — 4°,8 R.

Obgleich auf den Gebirgen nicht selten noch verschiedenePflanzen über der Schneelinic an einzelnen, im Sommer vonSchnee entblöstcn Stellen wachsen, und diese Linie also nicht alsdie absolute Grenze alles Psianzcnwuehses zu betrachten ist, soä>ügt sie uns doch die Höhe an, wo der größere Theil der Vege-tation sein Ziel findet. Es ist daher immer von großer Wichtig-keit, die Erhebung der Schneelinic über die Mecrcsfläche zu ken-"en, weil wir daraus wenigstens im Allgemeinen auf dff Höhe