142
schließen können, bis zu welcher in den verschiedenen Breiten derErde die Pflanzen an den Bergen hinauf zu gehen vermögen.Wenn wir nun die Schncelinie, vorn Nordpole ausgehend, gegenden Aequator hin verfolgen, so finden wir dieselbe auf einergrößern Ausdehnung in meeresgleichcr Höhe nur im höchsten Nor-den von Amerika, in Grönland und den westlich davon gele-genen Strichen (gegen 80° nördl. Br.), wo dann auch fast jedeSpur des Pflanzenlebens unter den ewigen Schnee- und Eis-feldern verschwindet, während in Europa noch auf dem Nord-kap (unter 71° nördl. Br.) die Schneclinie 2400 Fuß über demMeeresspiegel bleibt, auf Island (zwischen 66^ und 63^° nördl.Br.) zum Theil schon bis zu 3000 Fuß sich erhebt, und im süd-lichen Norwegen (zwischen 64 und 58° nördl. Br.) 5600 Fußhoch liegt. In den Alpen (zwischen 48 und 43^° nördl. Br.)erscheint die Grenze des ewigen Schnees auf der Nordseite ineiner Höhe von 8400 Fuß, aus der Südseite aber nach einerMittelzahl in einer Höhe von 9000 Fuß, also 6600 Fuß höherals am Nordkap, und 3400 Fuß höher als im südlichen Norwegen.Auch in den Pyrenäen, obgleich diese um einen Grad südlichergelegen sind, hält die Schneelinie auf der Nord- und Südseiteziemlich die gleiche Höhe ein, wie in den Alpen. In den Apen-ninen (von 44 bis 38° nördl. Br. hinabziehend) berührt dieSchncelinie nur deren höchste Spitzen, welche eine Höbe von 9000bis 9200 Fuß erreichen; der Gipfel des Aetn a's (37° 41^ nördl.Br.) bleibt 276 Fuß unter der in jener Breite 10,488 Fuß hochliegenden Schneelinie, während der Pik von Teneriffa 28°13^nördl. Vr.) trotz seiner Höhe von 11,206 Fuß, diese Linie eben-falls nicht erreicht, da dieselbe dort 11,448 Fuß über dem Meeresich befindet. So erhebt sich die Schneegrenze gegen den Aequa-tor immer mehr, bis sie auf dem Chimborazv (1^°südl. Br.)gegen 15,000 Fuß und auf den Kordilleren des südlichen P e-ru's sogar über 16,000 Fuß über der Meeresfiäche angegebenwird, bis zu welcher Höhe also dort die Möglichkeit für dasLorkommen von Pflanzen gegeben ist.
Die ewige Schneegrenze darf jedoch nicht so gedacht werden,als sey sie scharf abgeschnitten und halte unter derselben Breiteüberall eine gleiche Höhe ein; es finden im Gegentheile nach derLage und Neigung der Gebirgswande mancherlei Abweichungen