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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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145
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reifen und das junge Holz zu zeitigen. Daher gehen die Birken-wälder in Lappland viel weiter gegen Norden als der Gerste»da»(nämlich bis gegen 71 " nördl. Br.), während auf den Alpender Schweiz über den Gerstenfeldcrn die Birke keine Wälderwehr bildet, »nd davon nur »och zerstreute Baume in einemMehr oder weniger verkrüppelten Zustande vorkommen. Die3wergbirke (Letula nana), welche in Lappland yöher alsalle andern Sträucher an den Bergen hinaufgeht, wächst in derSchweiz nur in den tiefern sumpfigen Thälern, und fehlt auf dendortigen Alpen gänzlich, weil die geringere Sommerwärme daselbstzur Vollendung des Jahrestriebes nicht hinreicht. Auf den Kor-dilleren in Südamerika, wo die mittlere Temperatur durch alleMonate sich mehr gleich bleibt, hören alle Bäume, welche mehreinen warmen als einen langen Sommer erfordern, noch einmalso tief unter der Schncclinic auf als in den nördlichen Breiten,wahrend die Getrcideartcn, die nur eine länger anhaltende Mit-telwärme von 5 ", 6 bis 6",8 R. verlangen, dort zweimal höhergegen die Schneegrenze hinauf gehen als der Baumwuchs.

Es laßt sich überhaupt erkennen, daß der größere oder ge-ringere Tcmperaturwcchsel durch den Frühling und Sommer oderdurch das ganze Jahr einen großen Unterschied in dem Vorkom-men der Pflanzen bedingt. In Küstengcgcndcn und auf ho-hen Gebirgen ist dieser Wechsel weniger groß, und es fallen dar-um die Unterschiede zwischen Winter und Sommer geringer aus,als in Mitte der Kontinente und in ebenen Gegenden; ande-rerseits werden diese Unterschiede gegen den Pol hin immer grö-ßer, indem dort die längcrn Tage im Sommer den Einfluß dernördlichern Breite aufheben. Daraus ergibt sich dann der Haupt-unterschied zwischen dem Klima und der Vegetation der südlichergelegenen Alpen und dem der Pvlarzvne, wenn auch beide einegleiche Mitteltemperatur besitzen. Nur solche Alpenpflanzen, welcheeinen größcrn Tempcraturwechscl zu ertragen vermögen, wie dieEnziane, Alsincen (8tk1Iaria, ^Isino, ^renai-ia) u. a.,können auch in der Pvlarzvne leben, dagegen nicht solche, dieZwar einen bedeutenden Kältcgrad, aber keinen so großen Wechselvon Kälte und Wärme auszuhalten im Stande sind, wie diePrimnlaceen (krimula, /tret!-,, 8oIstnneI1a ); noch weniger'st dieß der Fall mit den in der Nähe der Schneegrenze zwischen

Bischvjs, Botanik. N. Bankes s. Tli>. 10