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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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den Tropen wachsenden Pflanzen, z. ,B. der in den Kordillerennoch über 13,000 Fuß über dem Meere vorkommenden Espelctienund Culcitien (aus der Familie der K or b b lü t hi g e n),welche in ihrer Heimath einen noch weit geringern Wärmcwechsclerfahren, als unsere europäischen Alpenpflanzen.

Vorzüglich auffallend ist noch der Einfluß der mittleren Som-merwärme auf die Frnchtrcife. Wegen der vcrhältnißmäßig gro-ßer« Hitze, die im Sommer in Schweden herrscht, geht dort dasWachsthum rascher vor sich, als in England; daher tritt dieWeizenernte bei Upsala nicht später ein, und die Gerste reist so-gar um 10 Tage früher, als im südöstlichen England. Währendman in Neapel zu Anfang des Mai s reife Kirschen hat, gelan-gen diese in unsern Gegenden des Mittelrhcins zu Ende diesesMonats oder in der ersten Hälfte des Zuni's, im südöstlichenEngland aber erst gegen das Ende des Jnli's zur Reise. MancheBäume und Sträucher, die einer ziemlich starken Winterkältezu widerstehen vermögen, müssen gleichwohl einen ziemlich hohen,bis zum Herbste anhaltenden Wärmegrad haben, um ihre Früchtezu reisen; daher sieht man in England die Trauben undPflaumen im Freien kaum zur Reife gelangen, während daselbstder Lorbeer und andere südeuropäische Sträucher den Winterganz gut im Freien aushalten, welche am Rhein, wo ein so aus-gedehnter Weinbau stattfindet, erfrieren würden. So sehen wirdie klimatischen Verhältnisse auf alle Lcbenserscheinnngcn der Pflan-zen mächtig einwirken, vom Keimen bis zum Abfallen der Blät-ter bei Hvlzgewächsen, welches leztere in kalten Ländern immerfrüher erfolgt, als in warmen Klimaten. Daher fangen derHaselstrauch, die Esche, Linde, Pappel, und der Ahornbei Upsala mit dem ersten Erscheinen des Herbstes an sich zuentlauben; im mittleren Deutschland behalten diese Bäume ihreBlätter meist bis weit in den Octvber, und zu Neapel kann mansie den ganzen Monat November noch in ihrem vollen Blätter-schmucke sehen.

§. 273.

Wenn man sich diejenigen Orte der Erdoberfläche, welche einegleiche jährliche Mitteltcmperatur besitzen, durch Linien verbundendenkt, so bilden diese die Isothermen oder Jsothermal-