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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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151
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Tropfen Regen zur Erde fällt, sind die Felder kahl und die Berg-rücken versengt und öde. In Italien und auf Sicilien ist es deraus Afrika herüber wehende, drückend heiße Sirvccv, welcherdie Atmosphäre und den Boden austrocknet, und wie bei unscin lang anhaltender Ostwind Trockenheit und Dürre verursachenkönne, ist bekannt, während in Gegenden, wo die Mcerwindehäufig sind, Nebel und Regen herrschen. So sehen wir also auchdie Winde einen mittelbaren Einfluß auf die Pflanzenwelt aus-üben, und zwar nicht allein, indem sie, wie, eben bemerkt, denFeuchtigkeitszustand der Atmosphäre bestimmen, sondern auch da-durch, daß sie auf die Temperatur derselben einwirken; dennwie der Sirocco den ihm ausgescztcn Ländern cin wärmeres Klimabedingt, so werden umgekehrt jene Orte, an welchen häufig dievon kältern Gegenden kommenden Winde wehen, auch ein kälte-res Klima erhalten.

Dritter Abschnitt.

Von der Verbreitung der Pflanzen nach der geogra-phischen Breite und Länge, so wie nach der Erhe-bung über die Meercsflächc.

S- 275.

Wir haben aus dem vorigen Abschnitte ersehen, daß das Vor-kommen der Pflanzen wesentlich von den klimatischen Verhältnissen undganz besonders von den verschiedenen Wärmegraden abhängt, und wirkönnen daraus den Schluß ziehen, daß die Verbreitung der Pflan-zen sich hauptsächlich nach der Vcrtheilung der Wärme auf derErdoberfläche richten müsse. Da die Warmcvertheilung wiedermit der geographischen Breite und Länge, so wie mit der Erhe-bung über die Meeresfläche in näherer Beziehung steht, so werdenwir die Verbrcitungsbczirke der Pflanzen auch nach diesen dreiDimensionen zu betrachten haben. Hiernach ergibt sich für dieseBezirke im Allgemeinen eine Ausdehnung nach der Breite odereine Breitezone, mit einer Porlar- und Aequatorial-grcnze, ferner eine Länge nzonc, mit einer östlichen undwestlichen Grenze, und da man hierbei nur die Flächen-