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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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150
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»bch eine Grasart und Flechten, so das wenigstens in Amerikadas Klima »ach Süden nickt bedeutend niedriger seyn kann, alsin den entsprechenden nördlichen Breiten. Es zeigt zwar schonein Blick aus die Karte der Erde, daß gegen den Südpol dasewige Eis in einer Polhvhc beginnt, wo gegen Norden, wenig-stens in Europa, noch eine ziemlich reichliche Vegetation stattfin-det; dabei scheint es aber doch, als ob gegen den Südpol eingleiches Verhältniß zwischen der östlichen und westlichen Erdhälste,wie gegen den Nordpol, eintrete, wvrnach in der ersten: diehöher« Breiten kälter sind als in der andern Hemisphäre.

§. 274 .

Außer den Temperatnrverhältnissen trägt noch der Feuchtig-kcitszustand der Atmosphäre zur Bestimmung des Klima's hin-sichtlich der Dcgetativnsfähigkeit einer Gegend wesentlich bei. Nurda, wo hinlängliche Feuchtigkeit vorhanden ist, können Pflanzenkräftig gedeihen; in Gegenden, wo fast gar kein Regen fällt, istdie Vegetation kärglich, wie in einigen Theilen von Afrika; insolchen dagegen, wo ein bedeutender Feuchtigkeitszustand mit hoherWärme vereinigt ist, erreicht die Pflanzenwelt in der Menge derIndividuen und in der Mannichfaltigkeit der Arten ihre höchsteStufe, wie in den niedern Berggegendcn Südamerika's und aufden Inseln des indischen Meeres. Auch in der gemäßigten Zonebesitzen die feuchtn: Knstengcgcndcn in der Regel eine reichereund von der der trvckncrcn Binnenländer in mehrfacher Beziehungabweichende Vegetation. In manchen Gegenden der heißen Zonehört in der trocknen Jahreszeit die Vegetation ganz auf, währendsie in der feuchten Jahreszeit in ihrer ganzen Fülle sich entfaltet;jene tritt in den meisten Trvpenländcrn während des Sommersein, der daher hinsichtlich der in Erstarrung versunkenen Pflan-zenwelt mehr dem Winter der nördlichen Länder entspricht. Dochgibt es auch Ausnahmen von dieser Regel, wie in der Gegendvon Canton und Macao an der chinesischen Küste, nahe demWendekreise des Krebses gelegen; dort findet während der Som-mermonate die üppigste Vegetation statt, und im Winter, wounausgesezt der Nvrdostwind (N.O.Monzoon) weht, der Him-mel völlig wolkcnleer erscheint, und in mehreren Monaten kein