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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Berichten der Seefahrer, daß gegen den Südpvl, wo noch der Bo-den vom Schnee befreit ist, Pflanzen vorkommen; Cook sah aufder Saunders Insel bei dem Sandwichslande Pflanzen, und selbstauf Ncu-Süd-Sheiland (62" 26'), dem äußersten bekannten Polar-lande nach Süden, sind »och Moose und Gräser gesehen worden.Auch scheinen im Meere, so weit dasselbe fahrbar ist, bis zu denhöchsten Breiten gegen die beiden Pole hin, Algen zu wachsen, wodiese in nicht zu großer Tiefe noch Boden finden. Hiernach scheintes, daß gegen die Pole nicht die Kälte, sondern der-Mangeleines von Schnee und Eis befreiten Bodens dem Wachsthumder Pflanzen Grenzen sczt. Daß es aber aus der Erde eigentlichkeine absolute, von den Temperatur-Verhältnissen abhängigeGrenze der Pflanzenwelt gibt, beweist noch die (II, S. 184 er-wähnte) schneebewvhnendc Uralge ( knotooooous nivssts),mit welcher auf der ewigen Schneedecke der Polarländer bis zuunbekannten Breiten, vielleicht bis zum Pole selbst, die Spurender Pflanzenwelt sich ausdehnen.

Den Mangel einer absoluten klimatischen Grenze erkennenwir auch hinsichtlich der Hohe über dem Meere. In der nördli-chen Schweiz wachsen auf dem Roth stock und Roßbodenstock, inKärnthcn auf den Gamsgrnben beim Großglockncr, in einer Höhevon 8500 Fuß, auf dem Pic du midi in den Pyrenäen bei9000 Fuß, also an allen diesen Orten über der ewigen Schnee-gränze noch verschiedene phancrogamische Pflanzen ; auf dem Mont-blanc fand Sanssure das stengellvse Leimkraut (8ile„snosulis) auf einigen von ewigem Schnee umgebenen Stellen bis10,700 Fuß, und bei 14,400 Fuß, nahe an der Spitze dieses Ber-ges bemerkte er noch einige Flechten. Auf dem Chimborazo sahv. Humboldt 2340 Fuß über der Schneelinie noch Flechten,und eben ss kommen nach Wahlenberg auf den GebirgenLapplands noch viele Steinflechten über der Grenze des ewigenSchnees vor. Da also nicht einmal auf den schneebedeckten Schei-teln der höchsten Berge >die Stellen, welche wegen ihrer Steilheitoder im Sommer wegen einer kräftigen Wirkung der Sonnen-strahlen von Schnee entblöst erscheinen, ohne Vegetation sind, sowerden wir um so eher erwarten dürfen, diejenigen Berge, welchedie Schneegrenze nicht erreichen, bis zu ihrem Gipfel mit Pflan-zen bedeckt zu sehen. Dieses ist zwar im Allgemeinen wirklich