159
der Fall; aber es gibt auch manche Ausnahmen von dieser Regel,wo nämlich die Beschaffenheit des Bodens der Vegetation entge-gen steht. Der Pik von Teneriffa ist bis zu 800 Fuß unter sei-nem Gipfel pflanzenleer; auf dem Aetna kann man mit 8850 FußHohe, wo die lezten Stocke des 8ene«üo ofir^santstemikolius sichfinden, die Grenze der Vegetation annehmen, da die lezten1600 Fuß bis zum Gipfel, der vulkanischen Asche wegen, ohneVegetation find, obgleich Schouw beinahe an der Spitze.diesesBerges, «in einer sogenannten Fumarola, trotz den auS dieser auf-steigenden Dampfen von 40" R., noch ein Laubmovs fand ").Eben so sezt die Beschaffenheit des Bodens dem Pflanzenlcbenauch in den Ebenen seine Grenzen; in dem beweglichen Sandeder Wüsten Afrika's und in dem mit Salzen überladenen Bodenmancher Gegenden Arabiens ist keine Vegetation möglich, obglcichderselben die sonstigen klimatischen Verhältnisse kein Hindernißdort entgcg.cn setzen.
Steigen wir endlich in die Tiefen der Erde hinab, so treffenwir in den tiefsten Hohlen und Schachte» der Bergwerke nochkryptogamische Gewächse, und wenn die Schachte noch tiefer ge-führt würden, so würden wahrscheinlich diese Gruben- und Hvh-lcnpfianzcn in gleichem Maße tiefer in die Erde eindringen. Wieweit in der Tiefe des Meeres die Vegetation hinabsteige, istweit weniger gewiß, da man auf bedeutend hoher See mit demSenkblei zwar Korallen und andere Seethiere, aber keine See-pflanzen heraufzieht und bei Tangalgen, wenn dieselben mehrereHundert Fuß erreichen, beobachtet hat, daß sie nicht ausrechtstehen, sondern von ihrem Befestignngspunkte aus geringerer Tiefein schiefer oder mehr wagrcchter Richtung sich verlängern^), so
*) Auf Java gehen aber, wie Blume (Lnumerat. plant, ^ava« eri»8. aäjae, kaae. 11. eäit. nuv. p. VIII) berichtet, aus den dortigereVulkanen die Farne bis zum Rande der Krater hinauf, ohne vonden aufsteigenden Dämpfen zu leiden. Im Schwefelthale Solfa-tara bei Puzzuvli ist dagegen der Boden da, wo die Schwefeldünsteunmittelbar emporsteigen, völlig pflanzenlvs und an den übrigenStellen die Vegetation sehr kümmerlich.
*") Auch die Annahme Agardh's (8pee. I. p. 7; vergl. auchdieses Lehrb. 1. S. 108), daß die auf hoher See herumtreibendenMassen des Beere »Längs (8ar^a«-ium bacoikeium) aus den