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ist. Besonders auffüllend ist unter andern die geringe Verhältniß-zahl der Kreuzblüthigen für die gemäßigte Zone Amerikas,aus welcher Familie die alte Welt in der genannten Zone überdreimal mehr Arten auszuweisen hat.
So gibt es aber noch manche andere Familien, deren größteArtcnzahk auf gewisse Zonen oder selbst aus bestimmte Landstricheeiner Zone angewiesen ist, während ihre Arten in den übrigenStrichen oder Zonen seltner werden oder sogar ganz fehlen. EinBeispiel der ersteren haben wir bereits oben in dcn Malvaceenerkannt, die in der heißen Zone ihre größte Zahl der Arten haben,in der gemäßigten Zone nur durch wenige Arten repräsentier sind,und in der kalten Zone ganz verschwinden. Ein ähnliches Ver-halten bemerken wir in den Familien der Asclcpiadeen, derLaurineen, Terebinthacecn und Aurantiaeeen. Zuden Familien, welche ausschließlich auf die heiße Zone verwiesensind, oder die höchstens nur noch einzelne Arten in der gemäßigtenZone auszuweisen haben, gehören unter andern die Palmen,Piperaccen, ScitaOineen, Nvpaleen oder Cactecn,Gnttiferen und Sapindaceen. Auf diesem ausschließlichenoder vorherrschenden Vorkommen der Familien, besonders wennihre Arten auch noch durch Zahl und Größe der Individuen vor-herrschen, beruht dann die Verschiedenheit der allgemeinen Phy-siognomie der Vegetation in den verschiedenen Ionen.
§. 284 .
In der heißen Zone erscheint die Vegetation, überall, wohinlängliche Feuchtigkeit vorhanden ist, kräftiger und großartigerals in den übrigen Zonen, und da die gesellig wachsenden Pflan-zcnarten im Ganzen seltner sind, so tritt daselbst, namentlich inden ungeheuern Urwäldern, eine weit größere Mannichfaltigkeitder Formen und Farben auf. Unter den Pflanzen, welche durchihre Größe oder Menge den vorherrschenden Charakter der Vege-tation bestimmen, stehen die Palmen, die Müsaceen, diebaumartigen Gräser, die Scitamineen, Mimoseen,so wie die Orchideen und die mannichfaltigen Schlingstrau-ch er (Lianen) oben an. In den Urwäldern sind die zahlreich-sten Arccn von immergrünen Bäumen vereinigt, unter welchenviele, wie die Wollbäumc (Bombaceen) und die Rotange