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Die obere Alpcnregivu entspricht übrigens der Vegetativ» deshöchsten Nordens, bildet zwar in Lappland noch einen 800 Fußbreiten Gürtel über der Regivn der Alprvscn, senkt sich aber innoch Hähern Breiten bis zur meercsgleichen Ebene herab, wv alsodie ganze Vegetation aus eine einzige Region beschränkt ist* *).
Bei mancher Uebereinstimmung des Vcgetationscharaktcrs derRegionen unter den verschiedenen Ionen stellen sich doch auchmancherlei Abweichungen in dieser Beziehung ein. So habenwir gesehen, das; in der kalten Zone die Nadelhölzer nicht, wiein den übrigen Zonen, über den blattwechselnden Lanbhvlzbäumen,sondern unterhalb derselben vorkommen, weßwegen dort diese bei-den Regionen in umgekehrter Ordnung gesezt werden muffen. Wirsahen scrner, das; man in manchen Fallen noch eine Flcchtenrc-givn von der der Alpenkräuter zu trennen genöthigt war, wäh-rend in andern Fällen die lcztcre bis zur ewigen Schneegrenzesich erstreckt. Stellen wir ferner zwischen der obern Baumgrenzeund der Schneegrenze eine Lerglcichung an, so bemerken wir,daß diese Grenzen keineswegs unter allen Zonen gleichwcit voneinander entfernt sind, sondern vom Acquatvr gegen die Pole sichimmer näher rücken, so daß die dazwischen liegenden Regionen(nämlich die untere und obere Alpenrcgion) mit zunehmender geo-graphischer Breite an Hohe abnehmen. Von den KordillerenSüdamerika's in der Nähe des Aeqnatvrs, wo die Entfernungder Baumgrenze von der Schncelinic 4000 Fuß betragt, sehen
S. '80- nach v.Hnmbvldt'sAngaben auch noch eine unterirdischeRegion für die Hohlen- und Grubcnpflanzen annehmen zu dürfen.
*) Es könnte auf den ersten Blick auffallend erscheine», daß die Ve-getation der beiden Alpenregionen (selbst unter der heißen Zone),der Vegetation der kalten Zone entspricht, deren mittlere jährlicheTemperatur tief unter dem Gefrierpunkte des Wassers liegt, wäh-rend die der Alpenregionen weit hoher, zwischen den Wendekreisensogar -t- 2,2» bis 5,2» R. ist, und gleichwohl die Vegetation inden Ländern der kalten Zone »st weit üppiger erscheint, als aufden Höhen der Gebirge, deren mittlere Jahrestemperatur höhersteht. Diese Erscheinung wird jedoch leicht erklärbar, wenn wiruns an das in Bezug auf Enontekis und den St. Gotthard (S.155 ) Gesagte erinnern, daß nämlich die mittlere Sommcrwänuein den Polarländern bedeutend höher ist, als in den obern Regio-nen der dem Aequatvr näher liegenden Gebirge.
Bnchrg, Boioutk. m DoadeS 2. 12