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Kiefer (kinus s^Ivesti-is) allmälig aussterben, und die leztenBaume selten jezt noch im Westen der Insel am Fuße des Ber-ges Nephin vorkommen. Auf Island findet man manche An-zeigen, daß daselbst früher hohe Birkenwälder vorhanden waren,und selbst spätere-Nachrichten ") bezeugen, daß in den Birken-wäldern Islands die Bäume gewöhnlich eine Höhe von 6 bis 8Fuß,, zuweilen von 12 bis 20 Fuß erreichten, während gegen-wärtig alle Waldungen, daselbst' fehlen,, die Geholze nur aus Bir-kengesträuch (wahrscheinlich grvßenthcils Zwerg birken — Ue<mla „an,,) bestehen, und der Boden, wo jene Birkenwälder ge-standen, in Moor- und Snmpfland umgewandelt ist'").
Uebcrhaupt erinnert die in unsern Zeiten immer noch fort-dauernde Erzeugung des Torfes an die Steinkohlenbildung dervorsündfluthlichen Perioden. Die Hauptmasse des Torfes, wie desbituminösen Holzes, ist Moder; aber neben dem lcztern findet sichschon eine der Steinkohle ähnliche Substanz,, die früher (H,S. 212 u. 215) erwähnte Humuskvhl e, und die Ansicht mehrererGeologen, daß die Steinkohlenlager aus vorweltlichen Torflagernentstanden seyn möchten, erhält dadurch nicht geringe Wahrschein-lichkeit, während die einem spätern Zeiträume angehörenden Braun-kohlenlagernamentlich die Moorkohlen noch weit deutlicherdas Gepräge einer ältern Torfbildung an sich tragen. Eben sokönnen wir aus den in manchen Gegenden häufig stattfinden-den, durch die im Wasser aufgelösten und an der Luft sich aus-scheidenden Erdartcn und erdigen Salze bewirkten Inkrustationenersehen, wie sich wohl manche Versteinerungen der frühern Pe-rioden gebildet haben mögen. Oberhalb München, in der Näheder Jsar, trifft man z. B. an gewissen Stellen, wo von den stei-len Nferwänden ein sehr kalkhaltiges Wasser herabträufelt, aufporöse Steinmassen, zuweilen von ziemlich bedeutendem Umfange,welche sich bei genauerer Untersuchung als inkrustirte Moosrasen
") Olafsen und Pavelsen, Neise durch Island. Kopenhagen».Leipzig, 1774, S. 89, 12k rc.
*') Auch ist in frühern Zeiten, bis etwa vor 100 Jahren auf JSlandan verschiedenen Stellen der Anbau des Roggens betrieben wor-den, während jezt kaum noch Getreidebau stattfindet, da dasGetreide nur selten zur Reife gelangt; lauter Thatsachen, diefür eine Abnahme der Temperatur auf jener Insel sprechen.