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darstellen, deren Stengel sich in demselben Verhältnisse, als sichder untere Theil des Rasens mit einer dicken Kalkkruste über-zieht, an ihren Gipfeln fortwährend verlängern, wodurch die Massejährlich an Umfang zunimmt, so daß man hier gleichsam eineArt fortwachscnder Movsvcrsteincrungen vor Augen hat, derengrünende Oberfläche die Art ihrer Entstehung leicht errathen läßt.An andern Orten findet man Blätter und Früchte von Phancro-gamen in solchen durch das Wasser abgesczten Kalkkrnsten einge-schlossen. Auch die Schichten anderer in der gegenwärtigen Periodegebildeten Anschwemmungen enthalten nicht selten Ueberreste vonjczt lebenden Pflanzen, welche ähnliche Umänderungen ihrer Sub-stanz erlitten haben, wie die Fossilreste älterer Gcbirgsschichtcn,und sich oft in dieser Hinsicht von den leztern kaum unterschei-den lassen.
Außer dem oben erwähnten, theilweiscn Aussterben der Ve-getation mancher Länder des höhern Nordens, gibt es auch viele Bei-spiele, daß einzelne Pflanzenartcn ausGcgcnden milderer Himmels-striche seit der geschichtlichen Zeit und selbst in unsern Tagen verschwun-den sind, wie die Pflanzcnvcrzeichnisse mancher ältern Floristen bewei-sen, welche zuweilen Arten enthalten, die an den bezeichneten Stel-len jezt vergeblich gesucht werden. Doch erstreckt sich dieses Ver-schwinden meist nur auf früher »«angebaute, später aber urbargemachte Strecken. Indessen scheinen doch auch gewisse Pflanzcn-arten im Verlaufe der gegenwärtigen Bildungspcrivde gänzlichvon der Erde verschwunden zu seyn. Auf den ältesten Denk-mälern Egyptens findet man drei Arten aus der Familie derNymphäaceen abgebildet, wovon jczt nur noch zwei Arten injenem Lande wachsen'"), die dritte also wahrscheinlich völlig aus-gestorben ist, da sie auch in keinem andern Lande der Erde wie-dergefunden worden. Immer aber gehören die Fälle des thcil-wciscn und mehr noch des gänzlichen Ncrschwindens von Pflan-zen im ungestörten Naturzustände zu den seltenen Ereignissen.
Weit häufiger tragen die Menschen zur Verminderung oderVernichtung von Gewächsen durch Ausreutung von Wäldern, durchTrorkcnlegung von Sümpfen und Urbarmachung wilden Landes
Vergl. , Uegnl »^8trn>!l Nllturlll,». II,
r>. 4V, 41.