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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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häufigsten mit kahlen Blättern und mit Heller oder dunkler lila-farbigen, ins Rosenrothe spielenden Blüthen vor; diese gewöhn-lichste Form bildet unzweifelhaft die Stamm art der gemei-nen Haide. Nun findet man aber an feuchten Orten zuweilenPflanzen mit flaumhaarigen Blättern; man trifft ferner unterden rothblühendcn manchmal Exemplare mit ganz weißen Blüthenan; in den Gärten wird endlich noch eine sehr zierliche Formmit gefüllten Blumen gezogen, und diese drei Abweichungen sindnun als eben so viele Spielarten der gemeinen Haide zubetrachten.

Die Stammart des gemeinen Schöllkrautes (tstieli-äonlum mnjus I-r'nn.) besizt unpaarig gefiederte Blätter, mit ei-runden, lappig-gekerbten Blättchcn, verkehrt-eirunde, ungekerbteBlumenblätter und gerade schotenförmige Kapseln. Als Spiel-arten sind daher folgende Abweichungen von dieser ursprüngli-chen, allenthalben wildwachsenden Form zu betrachten: 1.) die g e-schlizte, bei welcher die Blättchcn tief fiederspaltig sind, mit läng-lichen und keilförmigen Zipfeln; 2) die erd rauchb lättri g e,deren Blättchcn unregelmäßig in noch schmälere, lincalische Zipfelgetheilt sind; 3) die gekerbte, mit gekerbten Blumenblätter»und längeren, gewundenen Kapseln.

Nehmen wir noch den gemeinen oder schwarzen Hol-lunder (8nilll>u<:us ni^ra /Um.), so erkennen wir als unbe-zweifcltc Stammart die gewöhnlichste Form, mit einfach gefie-derten, aus drei, fünf oder sieben, am Rande gesägten Blättchcnbestehenden Blättern und mit schwarzen Beeren, und wir unter-scheiden davon als Spielarten:

1) Die gcschlizte oder p etcrsi lie n b lät t vi g e, mit dop-pelt-gefiederten Blättern und schmalen, tief cingeschnittcnenBlättchcn.

' 2) Die gescheckte, mit weiß oder gelb bunten Blättern.

3) Die grünfr ü chtig e, mit grünen Beeren.

4) Die w ciß sr ü ch ti ge, mit weißen Beeren.

Wählen wir noch eine häufig angebaute Pflanzenart, derenursprünglich wilde Form gegenwärtig zwar nirgends mit Gewiß-heit aufzufinden ist, deren Kennzeichen aber mit aller Wahrschein-lichkeit in denjenigen Pflanzen sich darstellen', die häufig verwildertvorkommen, und von welchen man nach der Analogie mit ander«