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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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'» Europa) am häufigsten vorkommende!, Art, wie bei Weide-richen (I^tlii'uin), welche er in die eilfte Klaffe brachte, weilder gemeine Weiderich (l^tlirum Lalionrl») zwölf Stand-plätze dcsizt, obgleich die wenigsten der von ihm zu dieser Gat-

gezählten Arten dieses Zahleuverhältniß zeigen. Bei solchenGattungen endlich, wo auf den nämlichen Pflanzen das Zahlen-verhältnitz der Staubgefäße einem bestimmten Wechsel unterliegt,'vic bei manchen mit Blüthcnständen der ccntrifugalen Entfal-tung (I, S. 247 u. 248) versehenen, nahm Linn« die Zahl derStaubgefäße in den primären oder Gipfclblüthen zur Richtschnuriu'i der Bestimmung der Klasse. So stellte er die Rauten (kutn)tu die zehnte Klaffe, weil in den Gipfclblüthen zehn StaubgefäßeZuhalten sind, und nahm keine Rücksicht auf die übrigen, nurUtit acht Staubgefäßen versehenen Blüthen; das Bisam krauts^riox«) brachte er dagegen ist die achte Klaffe, weil (bei decan-drischcn Scitenblüihen) die Gipfelblüthe nur acht StaubgefäßeZuschließt.

Manche dieser durch ein schwankendes und wechselndes Zah-^»verhältniß der Staubgefäße bedingten Ausnahmen find indessendurch die spätern Schriftsteller aufgehoben worden, indem mandie.in der Zahl der Staubgefäße abweichenden Arten, wenn siedabei noch andere Unterscheidungsmerkmale darboten, als eigeneGattungen trennte , und dann in die ihnen zukommende Klassevcrsczte. So wurde die mit nur vier Staubgefäßen versehene^lrt der Maililicn von den übrigen Arten getrennt und als^gene Gattung (ffl^nntlwmum ^AAers.) in die vierte Klassegebracht; die monandrischcn Baldrian-Arten Linne's bildenlegt die Gattung Spornblume (Oentr.intlius /Ist?.), welcheiu der ersten Klasse steht. Die Gattung Flachsseidc (Ouscutn),welche von Linno, wegen der in Schweden am häufigsten mitvier Staubgefäßen vorkommenden gemeinen Flachs seide((mseutn snrostaea), in die vierte Klasse gestellt war, ist vonMehreren neuern Schriftstellern in die fünfte Klasse verwiesen wor-den , weil im übrigen Europa die pentandrischen Arten ebensodäufig vorkommen und überhaupt die Mehrzahl der Arten LieberGattung bilden. Andere Gattungen, die Linn6 nach der Staub-pfäßzahl der meisten ihm bekannten Arten eingereiht hatte, wur-den ferner in andere Klassen versezt, weit die seitdem noch weiter

Biscdoff, Botanik, II. Bandes 2' Thl. 18