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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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274
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entdeckten Arten zeigten, das; das von Linne- für vorherrschendgehaltene Zahlenverhältniß eS nicht ist. So wurde die GattungEisenkraut (Verkenn) aus der zweiten Klasse in die vierzehnte,die Gattung Loerknvla aus der ersten in die zweite Klasse versezt ch'Ebenso, wie die Zahl der Staubgefäße, zeigt sich auch dieder Pistille und mithin der getrennten Griffel bei den Artenmancher Gattungen nicht gleich, so daß auch die Bestimmungder Ordnungen in den ersten dreizehn Klassen manche Ausnahmeerleidet. So gibt eS in der Gattung P i m p e r n u ß (8tnpkylo»)'aus der fünften Klasse, Arten mit zwei und mit drei Griffeln!bei den Ritterspornen (Oel^kiuium), aus der dreizehnte»Klasse, haben manche Arten nur ein einziges, andere dagegendrei getrennte Pistille, während die Sturm Hut-Arten (V,conl-tun»), aus derselben Klasse, theils drei, theils fünf freie Pistilltragen. Alle diese Gattungen stehen nun wegen der Mehrzahlder mit drei Pistillen versehenen Arten in der 'smKfnin. Beiden Birnen- (l^vus), Weißdorn- (OrntneKug), Mispel*(Hlesplliw) und Spierstauden-Arten (8pi»-ne->) wechselt die

*) Verschiedene Gattungen sind jedoch auch auf eine mangelhafteBeobacktung hin in Klassen eingereihet worden, in welche ßenicht gehören. So steht kupp!» in der vierten Klasse, weil Linn«,die einzelnen Autherenfächer für ganze Antheren haltend, vierStaubgefäße annahm, während doch offenbar nur zwei kurze,schuppenförmige Staubfäden vorhanden sind, deren jeder eine An*there mit getrennten Fächern trägt, und diese Gattung demnachin die zweite Klasse gehört. Die Gattung 6l,^»o»plenium stellteer in die zehnte Masse, weil er glaubte, daß hier, wie bei Nut-,die primäre Blüthe decandrisch sey, wiewohl dieselbe, gleich denseitlichen Blüthen, nur acht Staubgefäße enthält und nur zu*weilen als Ausnahme oder vielmehr als Mißbildung fünfspaltigeBlüthen vorkommen, die aber doch gewöhnlich auch nur octan-drisch sind, wvrnach diese Gattung in die achte Klasse zu stelle»wäre. Bei der Gattung 6alla, welche Linus in die siebenteKlasse brachte, ist die Zahl der Staubgefäße völlig unbestiwnck,und die Anhäufung der leztern an dem obern Ende des Kolbenszeigt deutlich, daß diese Gattung zur einundzwanzigsten Klassegehören müsse. Dahin ist dieselbe nun auch von manchen neuer»Schriftstellern versezt worden; aber die beiden erstgenannten Gat-tungen sehen wir in den neuesten Schriften noch in den ihnt"von Linus mit Unrecht angewiesenen Klassen anfqesübrt.