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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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eingehen lassen und dadurch eine natürliche Klasse gebildet, welclrenun fast ganz der Familie der Synanthereen entspricht, wieauch die fünfzehnte Klasse, welche die Krenzblüthigen ent-hält, eine natürliche Klasse ist.

Die meisten der hier gerügten Mangel waren dem scharfsich-tigen Gründer des Sexualsystcms selbst nicht entgangen, und erdachte in seinen spätern Jahren auf eine Verbesserung desselben,die er aber nicht mehr ausführte. Indessen hat er in seinenphytographischett Schriften immer die Ausnahmen an dem geeig-neten Orte angezeigt, und diese Angabe der von ihren Gattungs-verwandtcn abweichenden Arten am Ende derjenigen Ordnung,in welcher man sie nach den Grundsätzen seines Systems zu su-chen verleitet werden möchte, hat er Schlüssel (Elnvis) genannt.Dieser ist dann auch wirklich der ariadnische Faden, welcher unsbei gehöriger Aufmerksamkeit durch die Irrwege der abweichendenund schwankenden Verhältnisse leitet; daher sollte er auch in kei-nem der neuern, nach dem Linnsi'schen Systeme abgefaßten Werkefehlen.

, §. 214 .

Die Versuche, das Limm'sche System zu verbessern, welche von meh-reren Botanikern (Thunberg, Suckvw, Rebcntisch, Schut-tes, Claude Richard) gemacht wurden, bestanden meist ineiner Verminderung der Klassen, wodurch jedoch die Schwierig-keiten beim Gebrauche des Systems eher gehäuft als beseitigtwurden; darum haben auch diese Veränderungen keinen Eingang

(znsammengesezte Blüthen Höre» eompositi Lr>».) tragen.Von den sieben Gattungen, welche er dahin zählte, gehören zwei(Seripilium und Loryiubiuui) wirklich zur Familie der Synanthe-reen und wurden in die erste Ordnung der neunzehnten Klasseversezt; die übrigen fünf (Iwkelia, 8trumpK», knipst,«»«, ^asion«und Viola), von welchen die lezte nicht einmal verwachsene Staub-beutel besizt, sind sämmtlich in die erste Ordnung der fünftenKlasse verwiesen worden, so daß man bei Pflanzen mit ver-wachsenen Staubbeuteln, die nicht zu den meist leicht erkenn-baren Synanthereen und den^Ealycereen gehören, zur Bestim-mung der Klaffe nur auf die Zahl der Staubgefäße zu sehen hat.