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Blüthen enthalten (was indessen auf die Stellung im künstlichenSysteme ohne Einfluß ist), sondern auch bei Arten einer und der-selben Gattung, wo dieser Wechsel dem weniger Geübten dieBestimmung der Klasse sehr erschwert. So gibt es viele Gat-tungen aus monoklinischen Klassen, welche diklinische Arten ent-ölten; aus der Gattung Baldrian (dritte Klasse) ist derkleine Baldrian (Vnlbii.iiin äloion), von den Johannis-beeren (fünfte Klasse) ist die Alpen-Johannisbeere (Mirosklpiniim), unter den Lichtnelken (zehnte Klasse) sind dieAbend- und Tag-Lichtnclke (Mosinis vosportinn und I,.stiui-nn), von den Spierstauden zwölfte (Klasse) ist die bocks-l^ärtige Spierstaude (8piimon Linnens), und unter denAmpfer arten (sechste Klasse) sind der gemeine, der kleineAmpfer (kumox ^ootoss, k ^ootosolla) u. a. m. diöcisch.Ebenso gibt es auch in vielen monöcischen Gattungen diöcischeArten, so unter den Zaunrüben die rothbeerige (kv^onln'slolvi,), unter den Nesseln die große (Drtlon ckloion), unterden Riedgräsern mehrere Arten (6»rox äloion, 6. Vnv-ck-küino) u. s. w. Das polngamische Verhältniß, welches auf ähn-liche Weise wechselt, ist außerdem während der Blüthezeit oftschwer zu erkennen, theils weil die männlichen Blüthen nichtselten den Ansatz zu einem Pistille besitzen, der zwar nicht zur Fruchtauswächst, aber doch den Schein einer Zwittcrblüthe erweckt,lheils weil man bei solchen Gattungen, deren Arten ihre einge-schlechtigen und Awittcrblüthen aus verschiedenen Stämmen tragen,uicht immer auf die Polygamie schließen kann, wenn man z. B.uur zwitterblüthige Pflanzen zu Gesicht bekommt und nicht zugleichauch die mit eingeschlechtigen Blüthen aufzufinden das Glück hat.
Darum wird jezt die dreiundzwanzigste Klaffe von den mei-sten Autoren nicht mehr angenommen, und man findet in derMehrzahl der neuern Schriften die von Linne in dieser KlasseAufgeführten Gattungen unter die andern Klassen vertheilt, indemUran blos die Zwitterblüthen im Auge behält und die neben die-sen vorkommenden eingeschlechtigen bei der Klassenbestimmungaußer- Acht läßt. Ebenso hat man schon früher Linnsi's sechsteOrdnung der neunzehnten Klasse (8^nA0nosin AlonoAnmi«)")
') In diese Ordnung hatte Linne solche Pflanzen gebracht, diezwar verwachsene Staubbeutel, aber keine wahren Blüthenkörbchen