Der angehende Botaniker sollte sich deßwegen immer nichtblos eine genaue Kenntniß von dem Schema dieses Systems ver-schaffen, sondern auch eine gewisse Fertigkeit im Bestimmen derPflanzen durch dessen vftern Gebrauch aneignen, bevor er sichticser in das Studium des natürlichen Systems einläßt. Darumdarf er aber auch nicht, wie dieses häufig geschieht, bei demLinn «'scheu Systeme stehen bleiben; erfüll dasselbe nicht als Zweck,sondern nur als Mittel zum Zwecke betrachten. Wie daher aufder einen Seite die blinden Anhänger des Liane sehen Systems,die kein anderes System außer ihm anerkennen wollen, sehr Un-recht haben, indem sie sich dadurch den Weg zur klarern Erkennt-niß des Pflanzenreiches in feinen vielfachen gegenseitigen Bezie-hungen und in seinem schonen Zusammenhange selbst verrammen,so gehen auf der andern Seite die unbedingten Gegner diesesSystems, welche ihm geradezu den Stab brechen und dasselbeganz aus dem Unterrichte verbannt wissen wollen, offenbar auchzu weit, weil dasselbe für den Anfänger immer das leichteste undsicherste Mittel bleibt, die Pflanzen kennen und unterscheiden zulernen und dadurch den Grund zum Studium der natürlichenVerwandtschaften zu legen.
Literatur der System künde.
§. 315.
Von den Schriften, welche die Grundsätze der Systemkundeausführlicher abhandeln, sind vorzüglich zu nennen:
Unser Elnsse» plnntssum seu 8^8 t sinnt» piantarumOmni» » Iruetiüeritioiie cissumta, Quorum XVi uiilrsvs»-1i» st XIII partinli», eomjisnciioso jiropoi-itr» 8vounstumcstussss, ovstinss st nomiii» Asiisrie» sum vlnvs vuju8vismstlavsti st 8^non^mis Aen6r!si8. Innciamsntorum siotu-nioorum I'm'8 II. Hulas M.i^ilsiiui^isas 1747.
Enthält alle auf die Fortpflauzungsorgane gegründete künstlicheSysteme von Cäsalpin bis auf Linne, dann die Fragmente dernatürlichen Methode des Leztern und die systematischen Eintheilungenmehrerer Familien von verschiedenen Schriftstellern.