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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Gegenständen zu unterscheiden, so geschah dieses auch seit denfrühesten Zeiten mit den ihm mehr bekannten Pflanzen, beson-ders aber mit denen, die er als nützlich oder schädlich erkannte.Da aber bei weit verbreiteten Gewächsen diese in jedem Landeverschiedene Namen erhielten, so konnten die Bewohner verschiede- ,ncr Länder oft nur sehr schwer oder gar nicht in dieser Hinsichtsich einander verständlich machen, was selbst nicht selten in deneinzelnen Provinzen des nämlichen Staätcs der Fall war undzum Theil nvch ist. Es konnten darum diese in der Landesspracheeines jeden Volkes üblichen oder die Prvvinzial-Namen umso weniger znr wissenschaftlichen Anwendung kommen, als dadurch,abgesehen davon, daß sie häufig sehr unbestimmt und schwankendsind, nothwendig eine große Verwirrung bätte entstehen müssen.Die ältesten Schriftsteller, welche sich nur mit den mehr allge-mein unter dem Volke bekannten Pflanzen befaßten, begnügtensich zwar noch mit den unter ihren Landslcuten üblichen Namen;sowie sich aber die Pflanzcnkenntniß auch über die im gemeinenLeben weniger bekannten oder völlig unbeachteten Arten ausdehnte,reichten jene Namen nicht mehr aus, und die Gelehrten rvarengenöthigt, neue Namen einzuführen, die jedoch, da sie nach kei-ner festen Regel gebildet, dabei oft auch falsche Vorstellungen ge-gründet, zum Theil sprachwidrig oder ohne allen Sinn waren,bei der weiter schreitenden wissenschaftlichen Ausbildung der Pflan-zenkunde sich großentheils als unbrauchbar erwiesen, so daß dieNothwendigkeit einer bessern Benennungsweise fühlbar wurde.Diese wurde, nachdem die ältere Namengebung immer unbehülf-licher geworden, von Linnö eingeführt, welcher die feste Regelaufstellte, daß der Name jeder Pflanze aus zwei Wörtern beste-hen soll, von welchen das erste der Gattungsname (lXomsnKenevienin) heißt, weil er allen Arten einer Gattung gemein ist,und das zweite den specifischen oder Arten nam en (Momenspeeisieuin) bildet, der jedesmal nur einer einzigen Art der näm-lichen Gattung zukommt; außerdem haben wir aber nvch die einerspätern Zeit angehörenden Familien- und Ordnungsnamenzu unterscheiden. Die für die Namenbildung aufgestellten Regelnbeziehen sich jedoch nur aus die lateinische Sprache, da diese alsdie allgemeine Gelehrtensprache von den Gebildeten der meistencivilisirten Länder verstanden wird. Indessen nimmt man auch