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7. Abbildungen und Sammlungen von Pflanzen.
§. 345.
Als wesentliche Beförderungsmittel der speciellen Pflanzenkennt-niß und den phytographischen Werken zunächst sich anschließend,müssen noch die Abbildungen und die Pflanzensammlungen genanntwerden. Wir haben zwar die botanischen Bilderwerke bei der hiermitgetheilten kurzen Uebersicht der Literatur jedesmal neben denandern Schriften in denjenigen Fächern der Phytographie eingerei-het, in welche sie gehören; aber es ist doch nöthig, noch einigeWorte über Pflanzenabbildungen im Allgemeinen zu sagen. Wennsolche Abbildungen wirklich von Werth und Nutzen seyn sollen, somüssen sie vor allen Dingen naturgetreu seyn und besonders dieje-nigen Theile, auf welchen die Charaktere der Gattung und Artberuhen, deutlich und genau darstellen. Zn vielen Fällen reichengut und rein ausgeführte Umrisse, wobei höchstens die besondershervorzuhebenden Theile mit leichten Schatten versehen sind, zurKenntlichmachung einer Pflanze aus, wie dieses z. B. in den vonDe Can volle bearbeiteten Monographien gewöhnlich geschehen ist.Das Ausmalen der Pflanzenbildcr ist meist entbehrlich, oft nur einüberflüssiger, die Bilderwerke unnöthig vertheuernder Prunk, undwenn die Illumination nicht mit großer Genauigkeit und Sorgfaltausgeführt wird, so können solche ausgemalten Bilder sogar vonihrem eigentlichen Werthe für den Kenner verlieren, und hinsichtlichihrer Brauchbarkeit den schwarzen Abbildungen weit nachstehen.Auf keinen Fall sollte das Kolorit aus dem Gedächtnisse oder nachgetrockneten Pflanzen gemacht, sondern es muß nach dem lebendenGewächse gegeben werden. Die ältesten Botaniker, von welchenwir Pflanzenabbildungen besitzen, gaben diese meist in Holzschnitten,wobei sie freilich oft ziemlich roh ausfielen, doch manchmal auchrecht gut waren, wie namentlich die von Leonhard Fuchs (NewKreutcrbuch. Basel 1745), welche meist in guter Zeichnung undtrefflichem Holzschnitte, in reinen Umrissen gehalten, die Tracht derPflanze» auf das Unverkennbarste wiedergeben. Später bedienteman sich mehr des Kupferstiches, der allerdings die reinste undschönste Ausführung der Bilder zuläßt. In der neuesten Zeit ha-ben es jedoch manche Künstler in der Ausführung der gravirten Stein-platten so weit gebracht, daß ihre Abdrücke sich den kostspieligern