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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Kupsertafeln kühn an die Seite stellen und dieselben ganz gut er-sehen können, wie die lithographieren Blätter mehrerer neuernWerke H beweisen. Schlechte Abbildungen bleiben dagegen ohneWerth, aus welchem Material sie auch ausgeführt seyn mögen,und sie könnten, als wirkliche Verunzierungen botanischer Schriften,weit besser aus denselben fortgelassen werden.

Die Pflanzcnsammlungcu können lebende oder getrockneteseyn. Die erster» haben zwar vor den lcztern den Vorzug, daßman die lebenden Pflanzen im unveränderten Zustande beobachten,alle Theile derselben genauer untersuchen, die Abbildungen leichterund richtiger nach ibnen entwerfen und dabei besonders das Co-lvrit naturgetreu wiedergeben kann; aber außerdem, daß einegrößere Sammlung lebender Pflanzen einen bedeutenden Raum,so wie kostspielige Anstalten zu deren Auzbewahrung und Pflegeerfordert, darum nur in botanischen Gärten gehalten und von ver-hältnißmäßig wenigen Botanikern bcnuzt werden kann, ist es dochnicht möglich, alle Pflanzen eines Landes oder gar der ganzenErde in einem Garten zu vereinigen; auch sind lebende Pflanzennicht das ganze Jahr über mit Blüthe und Frucht versehen, welchezur Bestimmung derselben doch so unerläßlich sind. Daher behal-ten gut geordnete und richtig bestimmte Sammlungen getrockneterPflanzen immer ihren großen Werth, weil man in ihnen die Ge-wächse im vollkommenen Zustande aus allen Ländern vereinigenund zu jeder Zeit untersuchen und vergleichen kann. Es kommtnur darauf an, daß man immer möglichst vollständige und sorg-fältig getrocknete, weder zu wenig noch zu stark gepreßte Exemplare(vcrgl. I, S. 814) in die Sammlung aufnehme, und diese selbstgenau nach einem guten Systeme geordnet, an einem sichern Orteaufbewahre, worüber schon (1, S. 1417) das Nöthige ange-geben wurde.

Solche Sammlungen oder Herbarien sind nicht nur die eigent-lichen Grundlagen der phytographischen Werke, sondern dienen auchzum richtigen Verstehen der>elben und zur Lösung von Zweifeln,welche etwa über gewisse von einem Autor beschriebene Pflanzen

3- B. in Neeü v. Efeubeck's 6ener» plontLrum I?IvrLL ßerms-»icne, in H. Mohl's Werke: ll« kalmni'li!» 5tructur», und selbstin dem vorliegenden Lehrbuche.

MM'ff, Bvttmik. II. DondcS r. rh«.

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