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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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411
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Da aus der Familie der I-oi-avtsieao nur zwei Gattungen inder deutschen Flora vorkommen, so war keine Zahl vor der einzigenDoppelreihe nöthig. Wenn dagegen eine Familie mehrere Gattun-gen enthält, so werden die Doppelreihen ganz so wie bei den obe-ren Abtheilungen numcrirt, wo dann die ohne Namen hinter denCharakteren stehenden Zahlen ebenfalls auf die folgenden Doppel-reihen verweisen, bis der Name der Gattung gefunden ist. Aufdie nämliche Weise wird verfahren, um die Namen der Artennach der analytischen Methode zu bestimmen, wo für dieselben Ta-bellen gegeben sind.

Man sieht hieraus, daß diese Methode bei der Pflanzenbe-stimmung sehr viele Vortheile und große Erleichterung gewährt,und in einem nach natürlichen Familien geordneten Werke, inwelchem keine Uebersicht der Gattungen nach dem Linnö'schen Sy-steme vorkommt, ist sie das einzige Mittel, um den Anfänger zumAuffinden der Familien- und Gattungsnamen zu leiten. Derselbemuß aber auch bei dem Gebrauche dieser Methode immer bedenken,daß er endlich nichts weiter als den Namen gefunden hat, unddaß er sich nicht mit diesem allein begnügen darf, sondern jedesmalnoch die Charaktere in einem guten phytvgraphischen Werke verglei-chen muß, um die Merkmale der Pflanzen im richtigen Zusammen-hange kennen zu lernen; denn wenn auch die in den einzelnenDoppelreihen als passend gefundenen Charaktere in ihrer Vereini-gung so ziemlich die Unterscheidungsmerkmale einer Pflanze undhäufig sogar eine kurze Schilderung ihrer Tracht geben, so stehe»sie doch in den analytischen Tabellen zu weit zerstreut, um vondem minder Geübten schnell zusammengefaßt werden zu können.Auch ist zu bemerken, daß das oben gewählte Beispiel von demMistel eines der leichtesten ist, da wir dabei nur durch wenigeReihen auf die Namen der Familie und Gattung gelangten; esgeschieht indessen öfters, daß man sich durch eine ganze Menge vonDoppelreihen hindurchwindcn muß, um dieses Ziel zu erreichen, wo-bei dann eine fast noch größere Aufmerksamkeit beim Auffasse» der.Charaktere erfordert wird, als selbst bei der Pfianzenbestimmungnach dem Linn4'schcn Systeme; wer aber einmal bei einem Charak-ter es versehen hat, der wird leicht in dieser Di'chotomie von demZiele immer weiter abgelenkt, bevor er erkennt, daß er auf falschemWege ist, und nun die ganze Untersuchung wieder von vorn