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anfangen muß. Dieses und das stete Einerlei bei den immer wie-derkehrenden Fvrtweisungeu auf neue Zahlen, bis endlich der Nameauftaucht, haben allerdings etwas Ermüdendes. Wer daher einmaleinige Fertigkeit im Bestimmen steh erworben hat, der wird baldden Weg dieser Methode langweilig finden und sich nach einemandern Leitfaden sehnen, welcher ihm die Charaktere in einer mehrsystematischen Folge und in «ihrem näheren Zusammenhange vorAugen führt. Er wird sich lieber an den Gattnngsübcrsichten nachdem Linns'schen System , trotz der vielen Anomalien derselben, ver-suchen, um dann das Weitere in den Reihen einer natürlichenOrdnungsfolge vergleichen zu können.
F n n f t e r A r t i k e l.
Von der botanischen Kunstsprache:
Terminologie oder Glossvlvgie.
§. 547.
Aus der Mannigfaltigkeit der Pflanzensormcn überhaupt undder Theile einer jeden Pflanze im Besondern entspringt das Be-dürfniß einer klaren und fest bestimmten Bczeichnungsweise derselben.Da aber die Pflanzenkunde das Wesen der Pflanzen nach allenBeziehungen zu erforschen strebt, so muß sie manche Theile undVerhältnisse der Gewächse bezeichnen und viele Begriffe aufstellen,wofür die Sprache des gewöhnlichen Lebens keine Ausdrücke besizt;sie muß sich also, wie jede andere Wissenschaft, ihre eigenen Aus-drücke bilden, und die Gesammtheit dieser Kunstausdrücke stellt diebotanische Kunstsprache dar, welche auch Terminologieoder richtiger, wiewohl seltener, Glossvlvgie der Botanik ge-nannt wird. Auch die wissenschaftliche Begründung der Kunst-sprache verdanken wir dem weit umfassenden Geiste Linno's, davor seiner Zeit die in botanischen Schriften gebräuchlichen Ausdrückemeist unbestimmt und schwankend waren. Mit den zahlreichenEntdeckungen, die seit Linn 6 in dem Pflanzenreiche gemacht wur-den, und welche eben so zahlreiche Fortschritte in allen Fächern derPflanzenkunde im Gefolge hatten, mußte aber auch nothwendig dieKunstsprache erweitert und durch manche Ausdrücke bereichert werden,