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als daß sie zur wissenschaftlichen Begründung der Botanik hättenbeitragen können.
So blieb der Zustand der Pflanzeukenntniß bis auf Aristo-teles von Stagira, den Lehrer Alexanders des Großen, welcherdurch seine zwei Bücher der Pflanzen-Theorie, die von derNaturlehre der Pflanzen handelten, als der Gründer der wissen-schaftlichen Pflanzenkunde zu betrachten ist. Da aber die Schriftendieses großen und geistreichen Naturforschers über die Pflanzenverloren gegangen sind, so können wir auch den Standpunkt, bisauf welchen er die jugendliche Wissenschaft erhob, nicht bemessen,und es bleiben uns dafür keine andere Anhaltöpunkte als dieSchriften seiner Schüler, welche bis zu uns gekommen sind. Vondiesen ausgehend, können wir zur bequemern Uebersicht die Ge-schichte der Pflanzenkunde in sechs Zeiträume abtheilen, welche wirin diesem Kapitel in möglichst gedrängten Umrissen vorüber füh-ren wollen:
Erster Zeitraum.
Von Theophrast von Eresus bis auf Otto Brunfels, oder vomdritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bis zum Jahr iS3o.
§. 350.
Diesen ersten Zeitraum, der zugleich eine fünfmal größereZahl von Zähren umfaßt, als alle folgenden Perioden zusammen-genommen, müssen wir mit einem Schüler des Aristoteles,freilich dem berühmtesten und von ihm am meisten geliebten, beginnen.Theophrast (vom 1.371—286 v. Chr. lebend) ist der Verfasser derältesten, in einem wissenschaftlichen Geiste geschriebenen Werke überPflanzen, die bis auf unsere Zeiten gekommen sind, nämlich derNaturgeschichte der Gewächse *) und von den Ursachen
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gibt viele Ausgaben. Davon sind besonders zu erwähnen eins mitlateinischer Uebersetzung: <l« i>i«tori»
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los»»,, 0644. (Fol.); dann eine deutsche Uebersetzung: TheophrastsNaturgeschichte der Gewächse. Uebersezt und erläutert von K.Sprengel. Mona 1822. (8.) 2 Theile. Erster Th.: Ueber-setzung; zweiter Th. : Erläuterungen.
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