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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Jura und den Schweizeralpcn gesammelt, gab in seinem Werke *)von allen weit getreuere und ausführlichere Beschreibungen alsseine Vorgänger, später auch zahlreiche, meist gute und kenntlicheHolzschnitte, und zählte die Kraft und Wirkung, so wie die An-wendung der Gewächse ziemlich ausführlich auf. Voll Eifers fürdie inländischen Gewächse drang er zwar darauf, daß man diePflanzen seines Vaterlandes vor allen andern untersuchen undkennen lernen soll, und erweiterte dadurch um ein Bedeutendes dieKenntniß der einheimischen Pflanzen; aber dennoch konnte auchdieser treue und genaue Beobachter der Natur sich noch nicht vondem eingewurzelten, uralten Vorurthcile, als müßten unsere einhei-mischen Gewächse in den Schriften des Theophrast, Dioskoridesund der übrigen Alten verborgen seyn, trennen; daher er in demBemühen, die alten Namen aufzuspüren, große Irrthümer beging *).Indessen bleibt zum Glück kein Zweifel für uns über die von ihm

') Hieronyinus Bock, New Krenterbuch vom llnterscheidt, Wöl-bung und Namen der Kreuter, so in teutschen Landen wachsen.Straßburg 1539. (Fol.) Ohne Abbildungen. Später (1551) gaber aber dasselbe mit Holzschnitten versehen (ebenfalls in Straß-burg) heraus. Außerdem erschienen aber zwischen diesen beidennoch mebrcre Ausgaben, und auch später kamen noch mehrere, je-doch meist mit Zusähen der fremden Herausgeber versehen, heraus,unter andern auch eine lateinische: L» «tir>»iu>» ,»»<: e»rum,

gu»e in Oei inauia I!0«lra »asrmitlir, Uüitiili« nniuc ix I.I1»I >8, pro->>IÜ8 lUssri >!»lii« ele. ex IingU!» gen». in Int. eonver«. per t-nv.

^r»>'»wra>i 1552. (4) 2 Bde. Auch die Abbildun-gen erschienen unter besonderem Titel: Vivs» stgus -,<> vivum

expreküino i»x>gi»e« mnniin» lierUarcx» in //. lieidaii» tle-

pietnrun,. 1550; 1553 (4.) und noch in andern Ausgaben.

") Wie viele Mühe er sich gab, die Pflanzennamen der Alten zudeuten, beweist der besondere, meist sehr ausführliche Abschnittvon den Namen", den er jedesmal aus die Beschreibung derPflanzen folgen läßt. Als Beleg, wie sehr ihm diese Deutung amHerzen lag, möge hier folgen, was er in dieser Beziehung vondem Synnaw oder Löwenfns (iUeN-ruNia vulgär!«) sagt:Der

Synnaw ist auch ein Wundtkraut. andere nennen es unser

Frawen mantel, vermeinen es sey Levntvpodion, planta Leonis,d. i. Löwenfuß, auf Griechisch Leontopodion. Ist nun Leontopodionder Synnaw, so haben wir schon gewuunen, ist ers nit, so wolleGott ein Mercurium erwecken, der vns weise, wa er in Diosco-ride wachs-"