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heraus, worin aber, der Sitte seiner Zeit gemäß, die Angabe derKräfte und Wirkungen aus den alten Schriftstellern wieder denmeisten Raum einnimmt. Bei Fuchs kommt auch das ersteVerzeichnis; von Kunstausdrücken vor, welches diesem ersten Theilevvrgcsezt ist. So trefflich übrigens die Abbildungen und so genauseine Beschreibungen sind, so fällt er doch an den Stellen, wo erden Dioskvrides erläutern will, in dasselbe Netz von Irrthümern,wie seine Vorgänger. Er hatte noch 4.500 Abbildungen zumzweiten und dritten Theile bereit liegen, an deren Herausgabe ihnaber der Tod verhinderte.
Außer diesen Dreien, welche hauptsächlich dem Studium derPflanzenkunde nicht bloß für Deutschland, sondern für ganz Europa,die richtige Bahn durch Hinweisnng auf die Natur verzeichneten,lebten während dieses Zeitraumes in den Ländern deutscher Zungenoch manche tüchtige Männer, die durch eigene Beobachtung undKritik oder durch das Sammeln des zerstreuten, von den frühern undgleichzeitigen bessern Schriftstellern bearbeiteten Stoffes die Pflanzen-kunde wesentlich forderten, und so sich gleichfalls um dieselbe ver-dient machten. Dahin gehören Eurich Cordus, ein Hesse,Anfangs Schnllehrer, dann Professor in Erfurt, später in Marburgund endlich praktischer Arzt in Bremen, wo er im Jahr 1535starb, und dessen Sohn Valerius Cordus, 1515 zu Erfurtgeboren, von wo aus er Sachsen, den Harz und Böhmen durch-reiste, dann durch Oestreich nach Italien zog, dort aber nach einemeinjährigen Aufenthalte in seinem 29. Jahre (1544) zu Rom starb.Cordus der Vater zeigte sich als ein Gegner von Brunfels,indem er in seinem Werke *) dagegen eiferte, daß man in Deutsch-land alle Pflanzen Griechenlands und Italiens suchen wolle, undalso der erste war, welcher unumwunden gegen die allgewal-tige, auch von den Deutschen noch so ängstlich anerkannte Auto-rität des Dioskvrides zu Felde zog. Sein Sohn, der viel geleistethaben würde, wenn er länger gelebt hätte, hinterließ. Anmerkungenzum Dioskorides ?), die jedoch wenig Werth haben, da er den
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inav 1534 ( 12 .) Eine spätere Ausgabe erschien zu Paris 1551 ( 16 .).
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154S (d'ol). Es kamen noch zwei Auflagen (Paris 1551 und
Strasburg ursi), dann wurden diese Anmerkungen mit den