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den Schriften Anderer, zum Theil mit seinen eigenen Bemerkungenbegleitet, heraus, und hat durch Beschreibung und Abbildungeiner größer« Menge neuer Gewächse, als nvch Jemand vor ihmgesehen batte, die Pflanzenkenutniß »«gemein bereichert.
§. 553 .
Die Italiener, von welchen nach dem Wiederaufleben derWissenschaften die Kenntniß der alten klassischen Literatur ausge-gangen war, blieben im gegenwärtigen Zeitraum auch in derBeobachtung deS Pflanzenreichs keineswegs zurück, und mehrerederselben erwarben sich große Verdienste um die Kenntniß der Ge-wächse. In dieser Beziehung sind vorzüglich folgende zu nennen.
Antonio Mnsa Brassavola von Ferrara (gest. im I.1555) «rächte seine Landsleute zuerst auf das Studium der vater-ländischen Pflanzen aufmerksam und stellte in seinem Werke >) dieBehauptung auf, daß Dioskorides und Plinins kaum den zehntenTheil der vorhandenen Pflanzen enthielten. Er soll die reichstePflanzcnsammlung seiner Zeit besessen haben.
Mit gleichem Eifer bekämpfte Bartolvmev Maranta ausVenusia in Apnlien, ein Schüler von Lucas Ghini (der selbstkeine Werke hinterließ, aber als Lehrer durch Beispiel und münd-lichen Vortrag für Ausbreitung botanischer Kenntnisse thätig wirkte),die Vorurthcile seiner Zeitgenossen hinsichtlich des Dioskorides, undlehrte nicht nur mehr Gewächse kennen, als dieser beschrieben, son-dern auch die von ihm und andern alten Schriftstellern angeführtenPflanzen richtiger, als bisher geschehen war, bestimmen ^).
Ausgezeichnet vor seinen Zeitgenossen nicht nur durch Kenntnißaller botanischen Schriften der Alten, sondern auch durch fleißigeBeobachtung der Pflanzen in der Natur, war Luigi Anguillara
die Uebersetzung der Werke von vier andern Schriftstellern (Gar-cias abOrta, Christvval da Costa, Nicol. Monar-des und Pierre Bellon) heraus.
') Lx»men omninm «implicium meüicsmeiilo-
r»m. kkomse 1536 (kol.) nach Halter. 4,ux<I»n. 1537 (8.) nachSprengel und Schuttes. Halter gibt außer der erste» nochsieben an verschiedenen Orten erschienene Ausgaben an.üart/l«koma<4 Maranta«, Netlwüi coAaozeenüoruni »implioiu« librilll. Ven-Uns 155S. (4.)
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