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starb aber ebenfalls noch vor deren Beendigung. Daher ist dieVerwirrung im Texte und die fehlerhafte Synvnymie in diesemäußerst vvluminAfen Werke zu erklären, von welchem KasparBauhin nachgewiesen hat, daß über äOO Pflanzen zwei- bis drei-mal unter verschiedenen Namen vorkommen, während übcrdießmanche Beschreibungen auf die nebenstehenden Abbildungen nichtpassen. Indessen sind doch manche Pflanzen auch zum ersten Malhier beschrieben. Mit der Anordnung nach gewissen Klassen, wiees aus dem Titel heißt, hat es jedoch nicht viel auf sich. Es sindzwar die sehr natürlich verwandten Pflanzen großentheils zusam-mengestellt, aber selbst diesen oft die fremdartigsten Dinge unter-gemengt; es werden ferner alle Pflanzen, die in Wäldern, danndie in Gebüschen vorkommen, die in Lust- und Obstgärten gepflanztwerden, die auf Feldern wachsen u. s. w., in einzelnen Büchernohne Rücksicht auf systematische Ordnung beschrieben.
In England fand die Pflanzenkunde unter den einheimischenGelehrten während dieses Zeitraums kaum einige ausgezeichneteBeförderer, ungeachtet die beiden großen Botaniker, Lobet undClusius, längere Zeit daselbst lebten. Besondere Erwähnungverdient William Turner, zu Mvrpeth in Northumberlandgeboren, der als Geistlicher und eifriger Vertheidiger der Lehrender Reformation aus England vertrieben, nach Deutschland flüch-tete, sich längere Zeit in Eoln, Straßburg und Basel aufhielt, mitden deutschen Botanikern jener Zeit Verbindungen anknüpfte, dannnach Padua ging, um die Arzneikunde zu studircn, und späterunter der Regierung Eduards VI. als Arzt in sein Vaterland zu-rückkehrt, wo er ein großes lexikographisch-geordnetes botanischesWerk ') herausgab. Zn diesem hat er die Pflanzen der Altenkritisch beleuchtet, aber, obgleich er in Deutschland, Italien, Fries-land und England viele Pflanzen gesammelt, doch nur sehr wenigneue beschrieben. Turner legte auch die Gärten zu Kew undWells an und starb im I. 1568. — Außer ihm wird noch derWundarzt John Gerärd, aus Nantwich in Chefhire genannt,der Aufseher des Gartens eines Lords Burlcigh war und unterdessen Namen gegen Ende des fechszehnten Jahrhunderts ein
>) Hittiam 15, »'«er', ^ nevv kerdsll, doolc I. 1>vuäon 1651. DüNNin drei Bänden zu Cöln 1568. (koi.)